Die Krone der Schöpfung

Weil wir uns geeinigt haben
Auf ein Richtig und ein Falsch
Können wir die Welt ertragen
Selbst wenn das Wasser steht am Hals 

Weil wir gemeinsam glauben
An gute Werte und rechtes Handeln
Können wir gemeinsam bauen
Friedlich schöne Gärten zum wandeln 

Die Grausamkeit der Natur
Haben wir ausgeschlossen
Leben in unserer kleinen Welt nur
In gefühlter Sicherheit ausgelassen 

So treiben wir taub und blind
In glückseliger Unwissenheit
Und wenn wir an der Grenze sind
Kennen wir keine Bescheidenheit 

Wähnen uns als Krone der Schöpfung
Und sind doch noch immer nur Teil
Von Entstehung und Vernichtung
Bieten hochmütig unseren Geist feil 

Doch ist jener Geist denn unserer?
Der uns so frei gegeben scheint
Der uns schenkt so wunderbar
Die Kenntnis von Endlichkeit und Ewigkeit

Sind wir wirklich Herren unserer selbst?
Oder doch nur Diener der Natur?
Wer fängt Dich, wenn Du fällst?
Wer bewahrt Deines Lebens Spur?

Nur ein kleiner Geist sind wir
In Anbetracht des großen Ganzen
So wenig nur erkennen wir
Und tanzen um diesen Götzen 

Halten hoch unsere Errungenschaften
Preisen noch mit viel Lob
Was wir zu Fall nur brachten
Und ignorieren noch den Tod

Doch am Ende sind wir
Des Ganzen nur ein kleiner Teil
Kämpfen um unser Leben hier
Wie ein Tänzer auf losem Seil 

Wähnen uns über der Natur
Verkniffene Augen und Backen so prall
Hinterlassen nur eine verschwindende Spur
Nach Sonnenuntergang bleibt nur ein Hall

5 Kommentare zu „Die Krone der Schöpfung“

  1. Ein freundliches Hallo, Ankordanz,
    der Gedanke, in Bezug zum großen Ganzen so klein zu sein, kann auch eine Saite mitschwingen lassen, die mir den Impuls gibt, mich hinein fallen zu lassen ins Gewahrsein, dass es das Leben selbst ist, das Antwort gibt auf die von dir angesprochenen Fragen :
    Wer fängt Dich, wenn Du fällst?
    Wer bewahrt Deines Lebens Spur?
    Mich tröstet der Gedanke, dass nichts ohne Sinn geschieht und dass das Leben in seiner göttlichen Weisheit und Liebe mich immer auch auffängt, wenn ich falle (so habe ich es eigentlich immer erleben dürfen) und meine Spur in den Sternen schon gemalt ist…
    Vielen Dank für deine Gedanken-Impulse
    und alles Gute von
    Miriam

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    1. Ja, der Sinn scheint schon gegeben, auch wenn wir ihn oft nicht verstehen. Es ist auch meine Beobachtung, daß wir am Ende nochnichteinmal Fallen, wenn sich der Boden unter unseren Füssen auflöst. Wir glauben nur zu fallen, wenn wir den Boden nicht mehr wahrnehmen, endgültig die Kontrolle verlieren. Im Endeffekt schweben wir im endlosen Raum unseres Bewusstseins und schaffen uns unsere Begrenzungen selbst, damit wir etwas haben, woran wir uns festhalten können. Das Ertragen unserer Ängste ohne solche „äußeren“ Mauern ist schwer. Aber wir können lernen, uns an uns gegenseitig zu orientieren. Vielleicht auch ersteinmal festhalten – solange, bis wir merken, daß wir getragen werden, getragen vom Leben selbst, dessen Kinder wir sind. Aber dieser Schritt des Glaubens bzw. in den Glauben ist schwer… (Glauben hat hier nichts mit irgendwelchen institutionalisierten Religionen zu tun.)
      Auch ich arbeite nochimmer daran. Es ist ein Wandern durch alle Ängste des Lebens, hin zu dem „goldenen Pott am Ende des Regenbogens“. Welche Weisheit in diesem goldenen Pott auf uns wartet, weiß ich nicht. Aber ich habe immernoch Hoffnung…
      🙏💚🌈

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      1. Das ist so wunderbar formuliert – und trifft viele meiner Gedanken. Ich sehe das Leben als ein gigantisches machtvolles ALLES, mit dem wir uns entweder identifizieren oder uns als kleines Puzzle-Teil empfinden können. Im Zustand der Persönlichkeit (des kleinen Puzzle-Teils) hilft es mir, das Leben als Freund zu postulieren, der mich an die Hand nimmt auf der Wanderung zum „goldenen Pott“.
        Gerade heute habe ich in meiner Geschichte von Mari (bereits im 7.Kapitel) über die Angst und das Vertrauen ins ganze Leben geschrieben, das durch Joel, ihren „Meister“ im Spiel symbolisch personifiziert wurde.

        Du schreibst: „Wir glauben nur zu fallen, wenn wir den Boden nicht mehr wahrnehmen, endgültig die Kontrolle verlieren.“ Ein schöner Gedanke.
        Vielleicht fasziniert mich deshalb das Thema „Abgabe der Kontrolle“ in Form von Rollenspielen so, weil ich in dosierter Form dabei gute Erfahrungen machen möchte – als „Vorübung“ für den Kontrollverlust im Großen.

        Möge unser Vertrauen immer sicherer fühlbar werden, dass „wenn sich der Boden unter unseren Füssen auflöst“ – dies auch mit Liebe einher gehen wird.

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      2. Es ist der „gemeinsame Glaube aller“ (auch der Nicht-menschlichen Wesen wie Tiere, Pflanzen, vielleicht auch Engel, einfach das Leben, respektive Bewußtsein in jeder Form und Ebene) welcher unsere Realität kreiert. (Siehe Beobachter-Effekt, Doppelspalt-Experiment, Quantenphysik) Dieses ALLES, wie Du es nennst, schließt jeden von uns mit ein – so ist zumindest meine Vorstellung. In diesem Sinne haben wir die Kontrolle über alles, was wir sind und was uns umgibt – aber eben nicht alleine. Unser Bewußtsein ist ein winziger Teil dieses riesigen ALLES, genauso wie unser Körper ein kleiner Teil des riesigen Gesamtorganismus Erde ist – vergleichbar einer einzelnen Zelle mit ihrem „Bewußtsein“ (Entscheidungs-Freiheitsgrade), welche ein winziger Teil unseres Körpers ist. Und so, wie die einzelne Zelle von unserem Körper und auch unserem Bewußtsein gepflegt, versorgt und beschützt wird, werden auch wir von dem größeren System, in welches wir eingebunden sind gehegt und versorgt. Das ist meine Vorstellung von „Schicksal“. Und wenn etwas in diesem „System“ schief geht, liegt es oft daran, das einzelne Zellen (einzelne Menschen) sich vom Schicksal nicht einbinden lassen wollen in das was ist, sondern glauben, sie wüßten es besser. Und dann können uns die Folgen treffen, auch wenn wir garnicht beteiligt waren an dieser „Meuterei“. Aber auch in solchen Fällen hilft die Selbstheilungsfähigkeit dieses übergeordneten Organismus oft, wenn wir bereit sind, uns darauf einzulassen. Nur dieses Einlassen ist das Aufgeben der eigenen Kontrolle, der eigenen bewußten Einflussnahme auf den Lauf der Dinge, das „Nein“ zu dem was ist und was unabhängig von uns werden will. Wir können es beeinflussen, aber wir wissen nicht, was dann als Alternative kommt. Wir können nur sehr kurz voraussehen, welche Wirkungen unser Handeln hat. Wir verlassen uns auf eine gewisse Trägheit im Lauf der Dinge und sind immer völlig überrascht, wenn sich mal etwas in kürzeren Abständen ändert, als wir es gewohnt sind. Wir nennen sowas dann einen „Unfall“.
        Die Erkenntnis dieses geringen Grades an Einflussmöglichkeit und damit an Kontrolle ist das eigentliche übergeordnete Thema meines gesamten Blogs – und damit auch mein eigenes. Diese Erkenntnis ist für mich der Weg in einen höchst individuellen Glauben, in dem wir vollkommen getragen werden und ohne Angst vor Kontrollverlust – weil wir sie dann nicht mehr brauchen – einfach „sein“ können. (Was nicht bedeutet, das wir nicht trotzdem unser Leben auch leben müssen. Wo bliebe sonst der Spaß und die Freude im Leben?)
        👍🙏🤗

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  2. Ja, diese ganz geringe Einfluss/Kontrollmöglichkeit im großen ALLES (inclusive nicht-menschlicher Wesen) ist es, die ganz viel bewegt in mir.
    Ich finde manchmal noch etwas beängstigende Gedankenkreisläufe in mir und würde bestimmte Ausgänge von Situationen gern beeinflussen, aber meist hat es dann, wenn ich wieder dahin finde, eine enorm entlastende Wirkung, mich in den Glauben hinein fallen zu lassen, dass wir vollkommen getragen werden und ohne Angst vor Kontrollverlust – einfach „sein“ können, dass das übergeordnete große ALLES in seinem enormen Weisheits-Bewusstsein für uns sorgt, wenn wir ES LASSEN.
    Dieser sehr geringe Grad an Kontrolle und der Wunsch, gerade in diesem Bewusstsein immer tiefer vertrauen zu können, ist auch für mich ein Lebensthema und wohl auch der Motor zu dieser Geschichte, die sich gerade in mir entwickelt. Denn um den Glauben zu stärken, dass das große ALLES gut für uns sorgt in unseren geringen Einflussmöglichkeiten, wünscht sich auch Mari die Erfahrung deutlich spüren zu können, dass es ihr ganz persönlich spürbar dabei gut geht, wenn sie sich einlässt auf Situationen mit geringer Kontrolle und die damit einher gehende Ungewissheit, die wir im Leben ja auch immer haben, Und dies mehrmals, damit sich das Gefühl in ihr verwurzelt und sie es aufs Leben als GANZES übertragen kann.
    Und dabei soll es an Humor, Genuss und Freude nicht mangeln 🙂 ❤
    Ich wünsche uns allen sehr, diese Erfahrungen immer tiefer machen zu können – auf wohltuende Weise!

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