Bist Du bereit?

Bist Du bereit mit mir zu gehen
Durch des Lebens Höhen und Tiefen
Bist Du bereit zu mir zu stehen
Nachdem die Teufel nach mir riefen

Bist Du bereit mit mir zu ertragen
Des Ruhmes nicht endende Einsamkeit
Bist Du bereit unwissend zu wagen
Ohne irgendeine Verbindlichkeit

Fortunas Preis ist höher als geglaubt
Kostet Liebe, Freiheit und Sicherheit
Mancher ist seines Verstandes beraubt
Bist Du wirklich immer dazu bereit?

So will ich Dir zeigen des Geistes Größe
So will ich Dich führen zu Deinem Glauben
So will ich Dich schützen vor jeder Blösse
So will ich Dir zeigen wie Götter leben

Aber erwarte nicht das Falsche
Götter leben allzeit unter uns
Dein Selbstbild der Welt ist bald Asche
Nur der Weg nach innen führt zu uns

Ein Bettler mag Dir den Weg versperren
Schiebe ihn nicht abweisend zur Seite
Er ist es, den wir als Mensch verehren
Stelle Dich einfach an seine Seite

Blicke mit seinen Augen auf die Welt
Versuche seinen Schmerz zu verstehen
Sein Herz ist ein großes Abbild der Welt
Dann fühlst Du, was Götter nur verstehen

Leben ist der Preis für alles
Zu gewinnen und zu zahlen
Was Du bist, was Du hast, alles
Wenig Möglichkeit zu wählen

Gehe in Krabbelschritten Deinen Weg
Versuchst Du es schneller, wirst Du stürzen
Will immer bei Dir sein auf Deinem Weg
In dunklen Stunden will ich Dich stützen

Wenn Du kannst, versuch‘ es, bleib nicht stehen
Wege kreuzen sich, Wege teilen sich
Gleich wie stark der Schmerz, nach vorne sehen
Ist die Last zu groß, dann trage ich Dich

Dein Wunsch, Dein Wille alleine zählt
Fähigkeit wird ausreichend da sein
Es ist nur der Weg, den Du gewählt
Nicht was ist oder immer wird sein

Jede Gegebenheit ist Möglichkeit
Jeder Sachverhalt ist eine Prüfung
Nutze jede Chance in Gewissheit
Der Rest ist unabhängige Fügung

So klein wie Du bist
So wichtig Du bist
So sein wie Du bist
So wird sein, was ist

Traust Du Dir zu, diese Rolle leben?
Sie zu erfüllen mit all Deiner Kraft?
Traust Du Dir zu, dafür alles geben?
Alles, was Du im Leben je geschafft?

Nicht mehr sein, was nur andere wollen
Nicht mehr tun, was nur andere sagen
Kein ducken mehr vor ewigem Sollen
Keine Angst mehr vor sinnlosen Strafen

Und wenn Du das Höchste hast erreicht
Wirst Du es leichthin lassen fahren
Was so aussieht ist nicht wirklich seicht
Die Welt wird alles aufbewahren

Denn dann bist Du tatsächlich frei
Alles scheint dann im Wert wie gleich
Doch Dir wird nichts sein einerlei
Ohne Reichtum nun wirklich Reich

Doch bitte verlier das Ziel nicht
Der Weg ist schier unendlich lang
Er führt durch Dunkelheit und Licht
Mir wird nicht selten Angst und Bang‘

Denn mein Weg ist der Deine
Nicht suchen sondern finden
Meine Hoffnung sei Deine
Liebe wird niemals schwinden


Bist Du bereit? Eine Frage, die uns jeden Tag auf’s neue gestellt wird. Und die wir uns jeden Tag neu beantworten müssen. Wie oft versäumen wir es, zu sagen: Ja, ich bin bereit. Bereit, das Leben anzunehmen. Einfach so, wie es ist, und das beste daraus zu machen. Wie oft klagen wir lieber über andere und anderes, statt unser ureigenes Potential zu nutzen und wenigstens zu versuchen, die positiven Möglichkeiten in dem zu sehen, was ist. Die Welt ist nicht perfekt, aber: Für jede Tür, die zugegangen ist, geht woanders eine auf (altes Sprichwort). Und manche bislang unbekannte Türen eröffnen plötzlich Wege, von denen wir nicht einmal zu träumen wagten. Nur wir müssen es selber wagen, uns auch darauf einzulassen – bereit sein für die Veränderung.

Stell Dir vor…

Stell Dir vor, es wäre Krieg
Und keiner allein geht hin
Stell Dir vor, es wär‘ ein Sieg
Und keiner will den Gewinn

Stell Dir vor, wir erkennen
Was wir würden verlieren
Was wir würden gewinnen
Würden wir dann noch gieren?

Was würden wir hoffen
Wenn stets das Ergebnis
Nicht mehr wäre offen
Immer, unumstößlich

Wie frei wären wir noch?
Könnten wir noch lernen?
Ist das ein Leben noch?
Nichts mehr zu entbehren?

Wir wären frei von Fehlern
Wären alle Gottes gleich
Alles wäre wie gläsern
Nichts mehr arm und nichts mehr reich

Wir wären keine Menschen
Wir wären nur noch Engel
Wir könnten nichts mehr Schenken
Als wäre alles egal

Die Liebe wär‘ kein Spiel mehr
So wie zwischen Frau und Mann
Wäre nichts als Funktion mehr
Alles nur muss, nichts mehr kann

Das Böse wäre nicht mehr schlecht
Das Gute verliert seinen Sinn
Gesetze hätten nicht mehr recht
Gesinnung leer, kein Zweck mehr drin

Welches Herz würde noch schlagen
Ganz außer gemeinsamen Takt
Wer von uns würde noch wagen
Aufzukündigen Gottes Pakt

Alle würden in Frieden sein
Alle gleichgeschaltet im Kopf
Im Herzen wären alle rein
Ich wäre nur ein armer Tropf


Es gibt so viele Geschichten über eine „bessere Welt“, eine Welt, in der „das Gute“ siegt und „das Böse“ zurückgedrängt ein kümmerliches Dasein fristet. Und doch sind all diese Geschichten Utopien, die ihrerseits ausnahmslos einen bitteren Beigeschmack haben. Unsere Welt ist kein „Paradies“ aber ebensowenig ein „Jammertal“. Sie muß nicht vor den „Mächten des Bösen“ gerettet werden und braucht auch keinen gütigen, mit Strafen erziehenden Racheengel. Unsere Welt stellt nur an uns die Anforderung, die „Suppe“ auch zu Essen, die wir uns selbst bereitet haben (=> Ursache und Wirkung). Wir sind unser eigener Richter und zugleich sein Henker. Wenn wir es nicht schaffen, uns selbst – jeder mit sich und zugleich der Menschheit – mit Güte zu begegnen, so werden wir immer wieder genau das tun: Ein Urteil über uns fällen, um uns selbst dann den Schierlingsbecher zu reichen. Nur wenn wir lernen, im „bösartigen“ Handeln die ursächliche Not zu erkennen, können wir Wege finden, „dem Bösen“ zu begegnen, ohne es „im bösen“ zu bekämpfen.

Der Beweis

Als ich Gott fragte
Nach letztem Beweis
Und er nur lachte:
„Na komm. Lass den Scheiss.“

Da Blickte ich ihn böse an
Wie kann ich ihm denn je vertrau’n
„Komm‘ ich denn niemals an dich ran?“
„Reicht es nicht, das du mich kannst schau’n?“

„Nein, das reicht mir lange nicht!“
„Willst du denn einen Vertrag?“
„Den ich lesen kann bei Licht?“
„Okay, wenn ich es dir sag?“

So setzt er einen auf
„Ich will alles geben“
Und setzt noch einen drauf
„Was willst du dir nehmen?“

„Allein alles soll als Beweis reichen“
Schließlich will ich ihn binden an sein Wort
„Gut. So wird die Welt nur für dich reifen“
Er setzt sein Zeichen d’runter und ist fort

Ich blick‘ mich um und seh erstaunt
Alles wirft sich vor mir nieder
Die Welt ist nur für mich erbaut
Doch wo find‘ ich Gott jetzt wieder?

In allen Dingen, in allen Zeichen
Nirgends konnte ich ihn noch erkennen
Als wollte er mir mit Absicht weichen
Nirgends konnte ich ihn noch abtrennen

Da erkannte ich meinen Fehler
Vielleicht wollte ich immer zu viel
Die anderen sind auch nicht heller
Vielleicht bemerken sie nicht das Spiel

Ich kann ihnen immer noch erzählen
„Ich kann Gott sehen, jetzt und überall“
Und wenn sie mich dann doch einmal fragen
Dann brauch ich nicht lügen mit Rauch und Schall

Er gab mir sein Zeichen
Und ich hab’s genommen
Nun muß ich es wahren
Hab’s dafür bekommen

Sein Beweis ist alles was ist
Kein Spalt ist mehr leer geblieben
Kein Unterschied noch übrig ist
Nur sein Vertrag ist geblieben

Eingebrannt in meinem Inner’n
Muß und kann ich nur noch glauben
Suche verloren in Bildern
Was mir niemand mehr kann rauben


Wir suchen nach Begründung, nach Sinn und Eindeutigkeit – aber immer nur in der trügerischen Sicherheit wissenschaftlicher Beweisführung. Aber was wissen wir wirklich mehr als ein paar kausale Zusammenhänge von „diese Ursache“ erzeugt „jene Wirkung“?

Sinn, Wert und das Leben selbst können wir so nicht erfassen. Wir sind weiterhin den Strömungen des Lebens ausgeliefert. Vielleicht haben wir es geschafft, an das Bot, das unser Leben ist, ein Ruder und einen Motor zu bauen. Aber wenn die Wellen zu hoch werden ist auch das größte und stärkste Schiff wieder nur eine Nussschale in den Gezeiten – und wir sind wieder auf unseren Glauben und unser Vertrauen auf einen tieferen Sinn angewiesen. Auch wenn wir ihn nicht kennen und vielleicht noch nicht einmal verstehen können.

Arm & Reich

Viele Menschen vor mir
Konnten es bewahren
Viele Menschen nach mir
Werden es erfahren

Das Wissen um Frieden und Glück
Sicherheit des inneren Halt
Manchmal Realität kein Stück
Unbekümmert glauben gibt Halt

Wer nicht weiß, was Enttäuschung ist
Wenn der Himmel noch leuchtend blau
Wer frei und ohne Maßstab misst
Dem ist Erde weich und Luft lau

Doch wer einmal gekostet hat
Des Verlustes herben Geschmack
Schreitet immer wieder zur Tat
Mit Vorsicht und Angst im Gepäck

Schwer beladen der Rucksack
Mit großer Macht und Reichtum
Die Augen immer auf Zack
Nirgends mehr Frieden zum ruh’n

Alles will Aufmerksamkeit
Besitz soll immer bleiben
Macht jedoch bindet Freiheit
Angst vor Verlust erleben

Angst ist es, die Grenzen benennt
Suchen sie zu überschreiten
Frei ist, wer keine Grenzen kennt
Sieht nur die ewigen Weiten

Wer sich von Besitz kann lösen
Kann seine Freiheit neu finden
Muss nicht alles gleich verschenken
Sich nur nicht unbegrenzt binden

Den Verbund allen Lebens
Können wir nicht verlassen
Sind und bleiben zeitlebens
Im Werden und Verblassen

So müssen wir lassen gehen
Was an Reichtum heilig allzeit
Unseren letzten Schritt gehen
Ohne Besitz in die Freiheit

Denn am End‘ das Herz allein
Ist Zünglein an der Waage
Nur Macht und Reichtum allein
Trägt den Frieden zu Grabe

Ziele

Welches Ziel hast Du?
Was willst Du erreichen?
Was willst Du erschaffen?
Wie willst Du Dein Ziel gestalten?
Was willst Du in Deinem Leben machen?
Was lässt Dir keine Ruh?

Wozu bist Du bereit?
Welchen Preis willst Du bezahlen?
Wieviel von Dir selber geben?
Wie lange halten manche Qualen?
Welche Konsequenzen auf Dich nehmen?
Wieviel Schmerz und wieviel Leid? 

Wie willst Du Dir den Weg vorstellen?
Wie sitzt Du auf deinem Thron?
Wie wird der rote Teppich sein?
Wie wird für die Zweifler der Hohn?
Wie steht die Trophäe auf dem Schrein?
Wie ist es, sich zu Siegern zu gesellen?

Wer wird Dich begleiten?
Mit wem gehst Du dorthin?
Nur Dein ganz persönliches Maskottchen?
Oder ein ganzes Team?
Was wird Dir am besten helfen?
An welche Stütze wirst Du Dich in schweren Zeiten halten?

Wie stark ist Dein Wille?
Wie heftig Dein Begehren?
Wie bedingungslos Dein unterwerfen?
Wie tief willst Du Dein Ziel verehren?
Wie weit lässt Du Dich beherrschen?
Damit Dein Durst sich jemals stille


Nach einem Konzept von Vitali Klitschko.