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Der Tanz

Ich weiß es, ich kann!
Es hat oft geklappt
Ich steh‘ meinen Mann!
Wenn es doch nicht klappt?

Ich habe mich so bemüht
Hab‘ immer so hart trainiert
Hab‘ immer wieder geübt
Hab‘ mich selbst diszipliniert

Doch wie soll es richtig gehen?
Wie kann ich es endlich schaffen?
In den Augen die mich sehen
Urteil fällen die, die gaffen

Ich hasse sie, so wie sie mich!
Was denken sie, ich kenn‘ sie nicht?
Die Welt ist hart allein für mich
Für die bin ich doch bloß ein Wicht!

Ich will schließlich nur geliebt werden
Ich will, daß sie mich anerkennen!
Will, daß sie mir freiwillig geben
Was mir zusteht: sie soll’n zustimmen!

Aber warum nur such ich mich
Bei denen, die mich nicht kennen?
Wer bin in meinem Wesen ich
Welch‘ Name wird mich benennen?

Die Welten sind nur mein Spiegel
Für und wider meinem Willen
Wofür geb‘ ich dann mein Siegel
Warum bleib ich nicht im Stillen

In der Stille liegt all‘ meine Kraft
In mir find‘ ich die nötige Ruh‘
Durch mich wirkt, was meine Welt erschafft
Damit gedeihen kann, was ich tu

Ich bin stark genug für diese Welt
Ich hab‘ es schließlich bis hier geschafft
Was immer sich in meinen Weg stellt
Ich geh‘ den Weg aus eigener Kraft

Ich tanze nicht für mich allein
Nicht für Stolz, nicht für ein „Habt acht!“
Mein Tanz gilt dem gesamten Sein
Er gilt der Schöpfung ganzer Pracht

Und als ein Teil von jenem großen Ding,
Der Schöpfung, der ich zugehörig bin
Bekomme ich, am Herzen gemessen,
Was ich gegeben – nichts wird vergessen

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Eine besondere Bitte

Belüge mich
Betrüge mich
Damit ich glauben kann
Woran mein Glaube reichen kann
Ich verstehe nicht
Doch verzehr‘ ich mich
Nach einer Liebe
Ohne die nichts bliebe
Die bis zur Gänze erfüllt
Und unendlich beglückt
Jene, die bei Gott nur liegt
Ein Mensch doch niemals kriegt
Weil wir nur sehen können
Was wir verstehen können
Meine Angst mir sagt
Was keiner nur wagt
Das ich in Gott gehüllt
Das ich von Gott erfüllt
Ich doch nicht zu glauben wage
Meine Schmerzen lieber weiter trage
Die Augen schließe
Meine Pfeile schieße
Auf die Projektion meiner Angst
Wo Du mit Deinem Antlitz prangst
Ich hoffe Dich zu treffen
Um Dich nachzuäffen
Dich tief zu verletzen
Um in Deinem Leid zu schätzen
Wie groß mein Glück wohl ist
Wie gut mein Geschick doch ist
So bitt’ ich Dich
Schau auf mich
Weil ich nur erkennen kann
Was auch schmerzen kann
Die letzte Wahrheit ist zu leise
Sie wär’ das Ende meiner Reise
So schenk’ mir eine Lüge
Das ich Deine Wahrheit fühle
Lass alle Lichter dunkeln
Das sichtbar wird Dein Funkeln
Dein Leuchten kann ich nur sehen
Wenn wir im Dunkeln stehen

 

Wer recht hat

Die Bildung sagt
Was gut, was schlecht
Wer hervorragt
Im Wort hat recht

Doch bei jenen, die nur schreien
Der Lauteste findet Gehör
Er hat Recht unter den Seinen
Wenn für Bildung dort kein Gespür

Gibt es aber Halbwissen
Ist gekonnte Sprache recht
Strenge Logik darf missen
Gute Eloquenz schafft Recht

Unter den Wissenden
Das beste Argument
Zählt zu den Wissenden
Denn es spricht recht am End‘

Nur bei den Weisen spricht keiner
Sie verstehen – jeder hat recht
Wahrheit kennt dort nicht nur einer
In seiner Welt spricht jeder recht

Willst Du mich lieben?

Willst Du mich lieben,
Wenn ich Dir Rosen bringe?
Willst Du mich lieben,
Wenn ich ein Lied für Dich singe?

Willst Du mich lieben,
Wenn ich alles falsch gemacht habe?
Willst Du mich lieben,
Wenn ich Dich zutiefst verletzt habe?

Willst Du mich lieben,
Wenn ich Dich küsse?
Willst Du mich lieben,
Wenn ich Dich vermisse?

Willst Du mich lieben,
Wenn ich alt bin?
Willst Du mich lieben,
Wenn ich krank bin?

Willst Du mich lieben,
Wenn ich Dir alles gebe?
Willst Du mich lieben,
Wenn ich nichts mehr habe?

Willst Du mich lieben,
Wenn mir keiner mehr helfen kann?
Willst Du mich lieben,
Wenn ich versinke in meinem Gram?

Willst Du mich lieben,
Wenn Du meine Welt bist?
Willst Du mich lieben,
Wenn meine Liebe für Dich echt ist?

Gesegnet

Wenn Du glaubst,
Du seist nicht gesegnet,
Und Du irgendwann
Dann Gott begegnest,

Frage ihn
Nach seinem Sinnen
Ganz tief
Im Herzen drinnen.

Ich glaube er wird
Voll Mitgefühl nur sagen:
„In Deinen schwersten Zeiten
Habe ich Dich getragen.

Es ist die Freiheit,
Die ich Euch gegeben,
Die so sehr beschwert
Euer aller Leben.

Damit Ihr lernt,
Was Liebe heißt,
Und nicht nur sinnlos
Einen Götzen preist.

Es ist die Möglichkeit
Euch abzukehren,
Weg von meiner Liebe
Hin zu eigenem Begehren.

Und nehmt und stehlt
Was Euer Nächster dringend braucht.
Und prasst und lacht
Bis am Ende nur die Wut noch raucht.

Doch was soll ich tun
Als Vater vieler Kinder?
Ich liebe alle,
Nicht eines auch nur minder.

Alle haben meinen Segen,
Die guten wie die schlechten.
Sie alle machen Fehler,
Die sanftmütigen wie die gerechten.

Ich kann nur helfen,
Ihnen Möglichkeiten geben,
Für jeden weiteren Versuch
In ihrem lebenslangen Streben.

So war und bin ich auch bei Dir,
Bei jedem Versuch und Irrtum.
Ich gab Dir meinen Segen
Für Luxus und für Reichtum.

Doch Geld und Macht alleine
Haben Dich nicht glücklich gemacht.
Wenn die Liebe fehlte
Hat es Dir alles nichts gebracht.

Alles musstest Du wieder loslassen,
Alle Macht und alles Geld.
Bis Du das Mitgefühl gefunden hast
Und lerntest: Die Liebe fehlt.

So stehst Du nun
So wie ich dich schuf vor mir
Und siehst doch nur
Dich selbst in mir.

Die Liebe,
die Du nicht gibst
Ist die Liebe,
die Du so sehr vermisst.

Dabei siehst Du nur
Mit offenen Augen nicht
Das Du, wie alle
meine reine Liebe bist.

Dein Leben, dein Sein,
Das alles bin ich.
Das Leben und alles Sein,
Das beschreibt am Ende mich.

Wenn Du es schaffst,
Jenem, was ist zu trauen,
Wird Dein Leben viel mehr sein
Als nur träumen.

Die Liebe allen Seins
Wird Dich durch jede Hölle tragen.
Du wirst den Sinn erkennen
Und die tiefste Liebe wagen.

Aller Schmerz und alles Sehnen
Sind nur Wünsche der Trennung.
Das Erkennen des Selbst im anderen
Ist das Leben der Verbindung.

So sei gesegnet
In meinem Sinn.
Denn alles, was Dir begegnet
Führt Dich zu meiner Liebe hin.“

Wenn wir
uns dann wieder sehen
Erzähl mir
von Deinen Wegen.

Bis dahin will ich immer
zu Dir stehen
Und mit Dir gemeinsam
Alle Wege gehen.

 

Okkultismus

Hier sitze ich
Und wart‘ auf dich
Wart‘ schon so lang
Langsam nicht mehr kann

Zerfressen von Zweifel
Hab‘ ich nicht bemerkt
Ich selber bin der Teufel
Der mir diesen Weg beschert

Hab‘ mich immer allein gewähnt
Dich so lange nicht erahnt
Dabei bist du schon immer hier
Mein Leben lang, ganz nah bei mir 

Doch nun erkenne ich
Ich bin du und du bist ich
Und so benenne ich
Dein Geist bin ich

Mein Taumeln und Straucheln
Ist deine Suche in mir
Dies’ ewige Baumeln
Ist mein Frieden in dir 

Dies Zappeln gehört dazu
Leben findet keine Ruh‘
Diese meine ewige Suche
Ob ich sie segne oder fluche 

Ich kann es halten wie ich mag
Es ist gleich, was ich auch sag
Du bist in mir – mein Leben lang
Du bist es, dieser ewige Gesang 

So strebe ich nun weiter
Auf des Lebens Straßen
Lebe, liebe, leide – schlussendlich heiter
Über alle Maßen

Und wenn ich dann gefunden hab‘
Was ich doch so sehr mag
So werd‘ ich es mir selbst entreißen
Nur um mich erneut voran zu beißen 

Der große Kater

Mit einem Stück Speck
Da fängt man Mäuse
Was ich da ausheck‘
Ist das Gehäuse

All der Mäuse Gier
Macht sie gar willig
So folgen sie mir
So ist es billig

Und sind sie im Gehäuse
Sind sie darin gefangen
Und alle ihre Mäuse
Stillen nun mein Verlangen

Ich gebe ihnen Sicherheit
Und Ruh‘ in ihrer kleinen Welt
Scheinbar nur eine Nichtigkeit
So verwalte ich nun ihr Geld

Ihr Glaube ist mir heilig
Vertrauen das Einzige
Untermauern ist eilig
Zweifel eine Giftspritze

Die Welt: Bilder und Worte
Nur zur rechten Zeit gebracht
Bin ich am rechten Orte
Erhält das Spiel meine Macht

So ist die Armut der Reichen
All die Freiheit meines Lebens
Und all der Reichtum der Armen
Für mein Leben nur vergebens


In Anlehnung an die gleichnamige Person der Schweiz…