Menschen – Teil 1

Ich bin nur ein Mensch
Darf so all das sein
Weil ich’s nur so kenn‘
Ist das alles mein

Das Leben ist hart genug
Der tägliche Kampf ein Krieg
Mein Nächster glatter Betrug
Über ihn der nächste Sieg

Mit harten Bandagen
Ellenbogen aus Stahl
Kann’s nicht anders wagen
Gut – sein Gesicht wird fahl

Der Nächste wird zur Leiter
Sie allein trägt nach oben
Blinder Marsch – immer weiter
Wo ist das Ziel dort oben?

Die Luft wird dünner
Die Gegner härter
Das Quälen schlimmer
Feiner die Schwerter

Technik um zu leben und zu sterben
Die Kunst erlöst die Vielfalt der Natur
Die Gräber unsere Kinder erben
Neid und Hass – unser aller Leben pur

Aber weiter nach oben
Es gibt für mich kein Zurück
Erst unter’m Himmel droben
Find‘ ich das ersehnte Glück

Wenn ich es gefunden habe
Womit werde ich glücklich sein?
Ist das Ziel nur schlichte Gabe
Muss ich stehlen zum glücklich sein?

Anders kenn‘ und weiß ich es nicht
Will deshalb auch genau so sein
Besser groß als ein kleines Licht
Die Natur zwingt mich so zu sein

Wer oben ist hat Platz zum atmen
Kann entscheiden wohin führt der Weg
Wer unten ist muss weiter tragen
Bildet für die Oberen den Steg

So hat jeder seinen Platz
Ob es gefällt oder nicht
Jeder trägt Last oder Schatz
Ist Krösus oder nur Wicht

Bin zum Hammer geboren
Weiß den Amboss zu nutzen
Kein Schaf bleibt ungeschoren
Selbst Rosen muss man stutzen

Ließe man Natur ihren Lauf
Alles würde bald verwildern
Darum gibt es solch harten Brauch
Von blanken Schwertern und Schilden

Das ich ein Schwert trage
Damit fröhlich schwinge
Auf Schilde einschlage
Lag schon in der Wiege

Aber für wen tu ich es am Ende?
Für mich? Meine Kinder? Meine Sippe?
Was wird mir bringen am Schluss die Wende?
Wie sieht’s aus – das Glück – wenn ich es finde

Suche schon so lange
Sah viele Orte schon
Langsam wird mir bange
Das Glück – war es das schon?

Mein Angesicht lächelt
Aber mein Herz ist kalt
Macht und Reichtum lächelt
Nur auch das lässt mich kalt

Wo finde ich denn Sinn?
Was macht mir noch Freude?
Leben gleitet dahin
Langsam stirbt die Freude

Alles wird schließlich einerlei
Alles irgendwie gleichgültig
Bin ich tatsächlich wirklich frei?
Ist der Sieg nur im Ring gültig?

Das Außerhalb interessiert sich nicht
Innen bin ich für immer alleine
Die Welt wird immer billiger und schlicht
Ein jeder glaubt alles wär‘ das seine

Wir benutzen uns
Als wär’n wir Puppen
Wir beschmutzen uns
Als gäb’s kein Morgen

Ist das der Sinn?
Soll es das sein?
Fällst einmal hin
Bist du allein

Und doch kann ich versuchen
Zu helfen meinem Nächsten
Nicht von oben nur rufen
Von unten einfach stützten

Mich in seine Lage versetzen
Mit meinen Möglichkeiten handeln
Aus Schatten Hilfe bereitstellen
Das er allein weiter kann wandeln

Er muß es nicht wissen
Was meine Hilfe war
Seine Flagge hissen
Seine Leistung wird wahr

So wird mein Reichtum auch seiner
So bekomme ich neuen Sinn
Der Abstand zu mir wird kleiner
Aber das ist nicht mehr so schlimm

Habe geschnuppert hohe Luft
Bin über vielem gestanden
Hab‘ aber vergessen den Duft
Von einfachen grünen Ranken

Mit Lob und Tadel recht gescheit
So ist es einfach zu lenken
Interesse und Achtsamkeit
Kann wirkliche Freiheit schenken

Kenne meinen gegangenen Weg
Aber ist das auch der Richtige
Für den, der noch suchend vor mir steht
Kann nicht sagen, was das Wichtigste

Hab nur meine Erfahrung
Kann aber jenen geben
Die nehmen wie zur Nahrung
Für ihr eigenes Wesen

So wird aus groß sein Größe
Doch nur wer ohne Angst ist
Kann geben solche Blösse
Ohne Furcht und lange Frist

^Gedichte / PDF-Datei

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