Der Januskopf

Es erfüllt mich mit Gram
Der Löwe reist das Lamm
Es hat ihm nichts getan
Was für qualvolle Scham

Löwe und Lamm sollen Frieden leben
Der Löwe soll Stroh fressen wie das Lamm
Genügsam soll er sein Leben geben
Damit das Lamm in Frieden leben kann

Was hat Gott getan mit der Welt?
Er stattete uns aus mit Kraft
Gab uns genug Wissen und Geld
Über unsere Welt die Macht

Und was ist daraus geworden?
Wollte Gott uns einfach testen?
Dachten, wir seien geborgen
Müssen suchen nach dem Besten

Es heißt, Gott ist liebevoll allmächtig
Und doch bestraft er unsere Fehler
Selbst wenn wir weise sind und bedächtig
Schickt er immer wieder seinen Quäler

Ich verstehe seine Güte nicht
Begreife nicht das zweite Gesicht
Bin ich doch nur ein zu kleines Licht?
In meinen Mühen ein böser Wicht?

Ich will auch nur friedlich leben
Meinen kleinen Teil vom Kuchen
Nach meinem bisschen Glück streben
Nicht immer nach Krümeln suchen

Wo ist denn Gottes Allmächtigkeit?
Hört er eines meiner Gebete?
Oder liege ich mit ihm im Streit?
Hab‘ nicht gemerkt wohin ich trete?

Habe gefunden viel Wissen
Habe errungen große Macht
Muß trotzdem den Menschen missen
Der mit mir vereint weint und lacht

Die Welt scheint in sich gespalten
In Gut und Böse, Falsch und Echt
Das sagen lang schon die Alten
Erkenne den Fehler nicht recht

Der Löwe reist das Lamm
Weil ihn der Hunger treibt
Empfindet keine Scham
Das er am Leben bleibt

Wenn ich es recht benenne
Dann ist doch der Januskopf
Den ich in Gott erkenne
Schließlich unter meinem Schopf

^Gedichte / PDF-Datei

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