Das Gespräch

C: Huhu
S: Mmrh…
C: Hallo.
S: H’ch – Wasch’nn?
C: Aufwachen.
S: Hoops. Ach du bist es, Coach. Ich war gerade so schön weggetreten…
C: Du sollst mich doch nicht so nennen. Das macht sonst niemand.
S: Warum denn nicht. Ich find’s gut. Irgendwie cool.
C: Ja, ja, cool. Alle wollen immer cool sein.
S: Warum auch nicht. Cool sein ist gut, zeigt stärke, zeigt Männlichkeit.
C: Stimmt. Kalt sein ist männlich. Und ein warmer Bruder wolltest du nie sein.
S: Ich bin nicht schwul. Und ich war nie schwul…
C: Und was war das am Anfang der Pubertät? Mit wer hat den Längsten und mal Anfassen?
S: Das ist doch nicht Schwul, das sind Kindheitsverirrungen.
C: Ich weiß, deswegen wird man ja auch cool.
S: Genau.
C: Aber geliebt werden willst du trotzdem, oder?
S: Wer will nicht geliebt werden? Wir sind doch alle Menschen. Eine schöne Frau, die mich liebt. Mama, die mich liebt. Hach ja, das sind schöne Erinnerungen.
C: Aber du willst lieber cool sein. Du willst niemanden lieben. Dann müsstest du ja Gefühle zeigen – das L-Wort. Das kommt immer schwer über die Lippen. Und zeigen willst du Zuneigung auch nicht. Dann bist du ja nicht mehr cool, dann wärst du ja verletzlich…
S: Hey, was soll das? Wo zeigt er denn seine Liebe? Ich denke, er liebt uns alle? Oder du? Du zeigst dich doch auch nie, außer man wendet sich direkt an dich.
C: Da verstehst du was falsch. Es ist genau umgekehrt. Er ist immer für uns da. Und er liebt uns alle, jeden einzelnen, dich und mich und alle anderen.
S: Und warum merke ich nichts davon? Besonders als es schwierig wurde? Na? Sag!
C: Weil er bedingungslos liebt. Er erwartet nicht, das du dich auf eine bestimmte Art, mit anderen Worten richtig verhältst, das du etwas tust oder nicht tust, das du brav bist. Er liebt dich so wie du bist. Du darfst auch Misst bauen und er ist trotzdem für dich da. Du darfst auch vor dir selbst Angst haben und er ist für dich da. Du darfst ihn auch verleugnen und beschimpfen und er ist immer für dich da. Aber er kann nichts dafür, wenn du ihn ignorierst, ihn einfach nicht hören willst und lieber alles allein entscheidest.
S: Hä? Bedingungslos liebt? Für mich fühlt es sich an, als wenn er mich bedingungslos ignoriert. Mutter hat mir immer unmissverständlich klar gemacht, was richtig und was falsch war. Und sie hat mich geliebt, das weiß ich. Auch wenn sie manchmal streng war. Aber das?
C: Er gibt nicht vor, was richtig und was falsch ist. In seinem Universum gibt es unendlich viele Möglichkeiten. Also warum nicht auch eine, die in den Augen einiger falsch ist? In den Augen anderer ist sie richtig. Und wer hat nun recht? Er liebt auch diejenigen, die die Hoffnung verloren haben, die den Glauben verloren haben, die ihn deshalb nur noch ignorieren. Seine Tür ist immer offen, und wenn sie sie tausend mal zugestossen haben, er öffnet sie für die Hoffnungslosen wieder. Er hat immer ein Ohr für sie.
S: Und warum hilft er ihnen nicht, wenn sie in größter Not sind? Selbst dich haben sie nieder gemacht. Und auch dir hat er nicht geholfen.
C: Doch, hat er. Aber nicht dadurch, das er manipuliert. Er lässt jedem seinen Willen und seine Freiheit. Und hätte ich es wirklich gewollt, er hätte die Geschichte geändert. Aber dann hätte ich manipuliert. Ich hätte mich über sie gestellt, hätte bestimmt, was richtig und was falsch ist. Ich hätte nur gesagt: Ich zuerst, dann kommt ihr. Ich bin hier der König und sage als einziger, wo es lang geht. Ich hätte die anderen ihrer Wahlfreiheit beraubt. Ich hätte sie zu Sklaven gemacht, und das wollte ich nicht. Ich will auch kein Sklave sein.
S: Aber sie haben dich damit zum Sklaven gemacht.
C: Nein, ich habe nur mein Schicksal auf mich genommen. Und wenn sie glaubten, sie seien Herr über mich, so nur, weil ich sie gelassen habe. Ich bin mein eigener Herr. Und sie sind ihre eigenen Herren. Es war ihre eigene Angst vor Schwäche, weshalb sie sich zum Herren über andere aufspielen mußten, ihre Angst vor Kontrollverlust und der unabänderlichen Verwirklichung ihrer Wünsche. Sie wünschten sich Macht, um ihre Angst zu bekämpfen. Und die scheinbare Ohnmacht der scheinbar Machtlosen zeigte ihnen, das sie mit ihrer Gier nach Macht schon richtig lagen. Dabei ist das, was ihnen Angst macht am Ende nur die Wirkung dessen, was sie selbst entschieden haben. Würden sie sich auf den Weg einlassen, würden sie erkennen, das alles, was da kommt immer nur aus seiner Liebe kommt.
S: Ja, das habe ich gemerkt. Es endete immer wieder in Tod und Verderben.
C: Der Tod gehört zum Leben. Würden wir im Körper ewig leben, gäbe es keine Veränderung mehr.
S: Okey, da scheinst du Recht zu haben, das habe ich verstanden. Aber was soll das Ganze? Was ist dann der Sinn?
C: Nun, das Leben dient sich selbst.
S: Und was bedeutet das nun wieder?
C: Leben ist Wandlung. Und Wandlung ermöglicht Anpassung an sich verändernde Umstände. Die Wandlung des Lebens folgt also der Wandlung des Lebensraumes. Das Leben kreiert aber auch gleichzeitig die Veränderung seines Lebensraumes, womit der Kreis sich schließt: Leben ist ewige Wandlung aus sich selbst heraus. Leben dient sich also selbst. Verstanden?
S: Das Leben versucht also einfach nur am Leben zu bleiben. Es dient keinem höheren Sinn oder Ziel, hat keine besondere Aufgabe. So wie es in den alten Lehren heißt: Es ist einfach.
C: Das ist zumindest auch meine Kenntnis.
S: Das heißt also, daß der ganze Wahnsinn, den wir so Produzieren, von Atomwaffen bis zur Klimaerwärmung, dem Überleben dient? Wie soll das denn gehen, bitte?
C: Nun ja, indem die Menschheit daraus lernt, z.B. wie es nicht geht und wie man aus einem solchen Schlamassel wieder herauskommt. Das Leben wird weitergehen. Und wenn die Menschen dafür die Erde verlassen müssen, werden sie das tun. Die Natur des Lebens, der Drang zu überleben, wird sie dazu bringen, einen Weg zu finden. Vielleicht nicht den besten und intelligentesten, nach heutigen Maßstäben natürlich, aber einen, der das Leben weiterträgt.
S: Aber was bringt das mir? Mir als Einzelnen, als Individuum? Damit bin ich doch auch nur wieder Diener, Diener des Lebens, der Natur, und nicht mein eigener Herr. Wie ein Sklave friste ich mein Dasein unter der Knechtschaft der Natur, ihrer Triebe und ihres Dranges zu sich selbst. Wie soll ich da mein eigener Herr sein?
C: Es gibt immer noch den freien Willen. Du kannst dich jederzeit auch gegen Wünsche, Triebe und Ängste entscheiden. Das sind die Tricks mit denen die Natur sich deiner bemächtigt. Aber, wie du siehst, du mußt dich von ihr auch verleiten lassen. Und das Leben ist geschickt. Es weiß ganz genau, wie es dich kriegt. Ob es ein verführerisch duftendes Geschlecht ist oder ein todbringender Reisszahn. Es wird auch den letzten kleinen Schlupfwinkel deiner Schwächen und Begierden finden und dich so lange vor sich her treiben, bis du wieder freiwillig um seine Ketten bettelst.
S: Du meinst alles was Spaß macht? Aber das ist doch schwachsinnig. Warum sollte ich mich dann bemühen, mich nicht mehr von meinen Trieben leiten zu lassen? Dann macht das ganze doch keinen Spaß mehr?
C: So einseitig sehe ich das nicht. Zum Spaß gehört auch immer das Leid. Ohne Schwarz kein Weiß. Ohne Licht keine Schatten.
S: Du meinst, es würde gar keinen Spaß mehr machen, wenn es nicht gleichzeitig den Schmerz gibt?
C: Richtig.
S: Gibt es denn gar keinen Ausweg? Spaß will ich haben, ja. Aber weh tun soll es eigentlich nicht unbedingt. Naja, manchmal gibt es da so Sachen, die haben schon was besonderes, gerade wenn sie ein wenig Weh tun oder Angst machen. Dieser Nervenkitzel kurz vor dem Sprung, zum Beispiel. Aber solche Schwachsinnigkeiten wie Krieg, soviel Leid kann doch kein Gegengewicht zu irgendwelchem Spaß sein, oder?
C: Doch. Wieviele, glaubst du, haben richtig Spaß am Krieg spielen? Viele nur am Computer, aber den richtigen Nervenkitzel finden einige irgendwann nur noch im echten Kriegsspiel.
S: Aber das ist doch Wahnsinn. Wie kann man Spaß daran haben, soviel Leid anzurichten? Welchen Lustgewinn kann man daraus gewinnen?
C: Eigentlich ganz einfach. Wenn andere Leiden und du nicht, erlebst du, daß es dir gut geht. In dem Moment ist es gleich, wie schlecht es dir tatsächlich geht. Wenn es dem anderen noch schlechter geht, geht es dir gut. Und das ist alles was zählt.
S: Aber das ist doch nur ein kurzer Moment. Und was ist danach? Was ist in all den Momenten, in denen die Kämpfer selber im Dreck liegen und um ihr Leben kämpfen?
C: Je mehr für den Sieg investiert werden mußte, um so höher ist der gefühlte Gewinn. Der kurze Moment der absoluten Überlegenheit, dem Gefühl der Macht, dem Gefühl, die Kontrolle über sein Leben und das Leben der anderen zu haben wiegt damit alles auf. Je größer vorher das Leiden, um so größer der noch so kleine Gewinn. Und die Erinnerung hält dieses Gefühl aufrecht, bewußt oder auch unbewußt.
S: Und was ist mit Mitgefühl?
C: Mitgefühl ist eine andere Ebene. Ein Mensch der Mitgefühl mit den Opfern des Krieges hat, hat vermutlich keinen Spaß am Kriegsspiel. Das bedeutet nicht, das er nicht kämpft, aber er wird sich nicht aus Lust am Krieg opfern.
S: Aber du sagtest, das er uns gewähren lässt, weil er uns liebt. Damit lässt er aber auch diese Spiele gewähren. Wo ist dabei die Liebe?
C: Dafür musst du verstehen, was Liebe ist.
S: Entschuldige bitte, ich dachte ich weiß was Liebe ist. Ich habe sie in verschiedenen Formen erlebt. Die Liebe meiner Mutter zum Beispiel, wie sie immer für mich da war, mal mit harten Worten, mal mit liebevollen Worten. Oder die Liebe meiner Frau, mit der ich wunderschöne Zeiten erleben durfte…
C: Das sind immer nur Teilaspekte der Liebe. Liebe umfasst viel mehr.
S: Okey, dann erklär mir bitte mal, was du unter Liebe verstehst.
C: Ich will es versuchen, indem ich die vielen verschiedenen Formen auf vier Ebenen reduziere.
S: Ja?
C: Die unterste Ebene, die körperliche, ist wie ein Drang. Du willst dem geliebten Menschen nahe sein. Es ist wie ein Schmerz, wenn dieser Wunsch nicht erfüllt werden kann. Du bist wie getrieben und wenn sich das sexuelle Interesse dazu gesellt, so gilt dies auch für das Verlangen, sich mit dem geliebten Wesen zu vereinigen.
S: Ja, kann ich nachvollziehen.
C: Die zweite Ebene ist die emotionale. Es ist das Gefühl der Verbundenheit mit dem geliebten Wesen. Es ist nicht unbedingt wichtig, daß das geliebte Wesen anwesend ist. Es ist wichtig, die Verbindung zu fühlen. Ein kurzer Blick, wenige Worte am Telefon oder in einer Message können genügen, um dieses Gefühl zu nähren.
S: Als Mann kann ich das nicht ganz so einfach nachvollziehen, aber ich kann es mir vorstellen.
C: Die dritte Ebene ist die des Willens. Es ist der ausgeprägte Wunsch, das geliebte Wesen möge sich wohl fühlen, wachsen und gedeihen können und sich frei entfalten. Es ist auch der Wille, mit allem, was einem zur Verfügung steht, dafür zu sorgen, das dies möglich wird. Das heisst, auch unter zurückstecken der eigenen Selbstverwirklichung.
S: Uff, das kenne ich eigentlich nur den eigenen Kindern gegenüber, und selbst dort nur eingeschränkt. Schließlich muß ich sie ja auch erziehen.
C: Na, mach dir bei Kindern keine zu großen Hoffnungen mit Erziehung. Sie machen am Ende sowieso alles nach, egal, was du ihnen erzählst.
S: Stimmt auch wieder.
C: Die vierte Ebene, die geistige Ebene, ist völliges Vertrauen. Vertrauen darauf, das alles, was das geliebte Wesen will und tut auch das richtige ist. Nicht nur für den Moment, sondern über alle Zeit hinweg. Das bedeutet auch, das ein heutiger Fehler zu einem späteren Zeitpunkt sich als die eigentlich richtige Entscheidung herausstellen kann. Nur wir wissen es in dem Moment nicht. Vereinfacht kannst du es sehen wie das alte Sprichwort: „Alles verstehen heisst alles verzeihen.“ Auch das ist Liebe.
S: Okey, das ist dann wohl seine Ebene.
C: Nicht nur. Aber die anderen Ebenen sind darin mit eingeschlossen. Und nachdem wir ein Teil von ihm sind ist er immer mit uns verbunden. Das vereinfacht gerade die niederen Ebenen erheblich.
S: Ja, da könntest du recht habe.
C: Habe ich. Auch wenn das nur mein Verständnis der Zusammenhänge ist.
S: Aber wieso nur dein Verständnis der Zusammenhänge? Warum müssen wir vertrauen? Was du sagst klingt logisch und meine Erfahrungen bestätigen deine Worte. Warum können wir nicht einfach wissen?
C: Das ist etwas komplizierter.
S: Dann versuch es doch einfach. Bis jetzt habe ich noch alles verstanden.
C: Gut, ein praktisches Beispiel. Du willst wissen, was der Grund oder Sinn einer Situation ist, die du erlebst. Es kann eine beliebige Situation sein, etwas schönes oder auch etwas unangenehmes, das ist jetzt nicht wichtig. Sagen wir, du liest gerade diesen Text hier. Um den Sinn verstehen zu können, müsstest du dir anschauen, wie es dazu kam, das du den Text entdeckt hast, was dich dazu gebracht hat, ihn zu lesen und was die Informationen mit dir machen. Vielleicht kannst alle drei genannten Punkte sogar noch so klar erkennen, das du mit Bestimmtheit sagen kannst: Gut, das sind die Gründe, die mit dem Lesen dieses Textes zusammenhängen. Aber nun müsstest du die gleichen Fragen wieder für die bereits erkannten Gründe stellen. Jedes mal wieder wie, warum und was wird.
S: Ja, und was, wenn ich z.B. die Frage, warum ich diesen Text lese beantworten kann?
C: Nehmen wir an, du weißt warum du diesen Text liest: Du bist neugierig. Dann kommt wieder die Frage wie kam es dazu, das du neugierig bist, warum kam es dazu, das du neugierig bist und was macht die Erkenntnis, das du neugierig bist mit deiner Neugierde?
S: Oh, das kann ich nicht mehr sagen. Nichtmal einen Punkt.
C: Genau. Und da endet deine Möglichkeit, den Sinn einer Situation zu ergründen. Manche mögen in diesem Spiel sehr weit kommen, aber irgendwann kommen auch sie an die Grenze, an der sie diese Fragen nicht mehr beantworten können. Und damit ist der endgültige und absolute Zusammenhang nicht erkennbar.
S: Und was ist, wenn ich sage: Ich lese den Text, weil er mir gefällt?
C: Eine geschickte Antwort, aber eine logisch unzulässige Abkürzung. Du sagst nichts anderes als: Mir gefällt der Text, weil ich ihn lese, weil er mir gefällt. Du läßt einfach den zeitlichen Bezug weg und bildest eine Schleife. Du unterschlägst, was war, bevor du begonnen hast zu lesen, was dich dazu gebracht hat, schließlich mit dem Lesen zu beginnen. Eine solche Argumentation kann sehr stimmig klingen, ist aber nur wie ein Spiegel, der dich bei der Suche nach Antworten immer nur auf dich selbst zurück wirft. Jenseits des persönlichen Horizontes können wir nur noch glauben.
S: Das bedeutet, das alles, was ich weiß eigentlich nur glaube ist. Das erinnert mich an Sokrates mit seiner Aussage: „Ich weiß, das ich nicht weiß.“ Ich wußte nicht, wie recht er hatte.
C: Ja.
S: Aber dann kann ich nie wirklich sagen, was ein Fehler ist und was nicht. Ich weiß nie, was richtig ist und was nicht.
C: So ist die Welt. Und er lässt uns die Freiheit, genau das herauszufinden.
S: Aber was ist dann der Sinn des Bewusstseins. Du sagtest vorhin, ich hätte immer die Wahl. Aber ich weiß nie, was die richtige Wahl ist. Ich kann mit meinen Entscheidungen die Wirklichkeit und damit die Natur beeinflussen, und sie wird meinen Entscheidungen folgen. Das meintest Du also mit: Ich bin ein Teil von ihm. Okay. Aber was macht das mit mir? Was bedeutet das für mich?
C: Nun, wenn du das verstanden hast, kannst du nicht mehr einfach nur unbewußt vor dich hin vegetieren. Du kannst nicht mehr sagen, das du keine Ahnung hast, woher der Wind kommt, der dir entgegen bläst. Je mehr du dir bewußt bist, wer und was du bist, um so mehr erkennst du die Zusammenhänge zwischen deinem Handeln und deinem Schicksal. Je mehr du erkennst, wie und warum du der Schmied deines Glückes bist, desto mehr erwachst du aus deiner Bewusstlosigkeit. Nur gibt es da leider keinen Weg zurück. Was du einmal erkannt hast, wird dir bleiben. Du wirst das Leid der Menschen erkennen und warum sie an sich selber leiden. Und du wirst nichts ändern können, weil sie dich nicht verstehen können. Sie schlafen noch ihren bewußtlosen Schlaf und stolpern wieder und wieder über ihre eigenen Beine, während sie als Teil der Natur dem Leben das Überleben ermöglichen. Das einzige, was dir bleibt ist das Mitgefühl, die Barmherzigkeit für und mit den Bewußtlosen.
S: Und das geht ewig so weiter?
C: Für dich wie für alle anderen geht es so lange, bis alle Wünsche, Begierden, Triebe und Ängste durchlebt, verstanden und bewältigt sind. Jedem in seiner Geschwindigkeit und seiner Zeit. So wird das reine Bewusstsein immer mehr gereinigt von allem Bewußtlosen, oder eigentlich besser, es wird alles Bewußtlose in das Bewußtsein gehoben und mit immer mehr Bewußtsein erfüllt. So kommen wir ihm Stück für Stück immer näher, bis wir als reines Bewußtsein erleben, das er und wir eins sind.
S: Oh je, das muß ich erstmal verarbeiten. Aber irgendwie klingt es mir nicht unbekannt.
C: Kein Wunder, es ist nicht das erste mal, das wir diese Unterhaltung führen. Du hast es jedesmal nur wieder vergessen.
S: Oops, habe ich mich so dumm angestellt?
C: Nein, du gehst nur deinen Weg, und der führt hin und her, so wie bei jedem.
S: Ich habe wieder richtig Lust auf die nächste Runde in diesem ewigen Spiel. Mal schauen, was es diesmal gibt.
C: Aber Vorsicht, als Frau kämpft man manchmal mit ganz anderen Hürden.
S: Wie bitte…?

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