Wofür und wovon?

„Freiheit, die ich meine!“
So hörte ich es schallen
Aber ist das wirklich meine?
Eine Welt, wo alle Grenzen fallen?

„Frei sein wovon?“
Frei von aller Grenze
Für Regeln nur noch Hohn
Maßlos bis zur Gänze?

Könnte machen, was ich wollte
Kein Gesetz und keine Strafe
Niemand, der irgendwas nur sollte
Nur brauch‘ ich dann nicht eine Waffe?

Alle könnten machen, was sie wollten
Könnten auch mir wahllos alles nehmen
Keine Grenze, die jenen hätt‘ gegolten
Ohne Gesetze gäbe es kein Stehlen 

Sicherheit sucht‘ ich vergeblich
Trauen könnt‘ ich keinem mehr
Mein Selbstvertrauen nur überheblich
Wünscht‘ ich frei zu sein nur allzusehr

Doch bleibt noch die Frage
„Frei wofür“ wollt ich denn sein?
Woher kommt denn diese Klage
Die mich bracht‘ zu der Gedanken Pein?

Frei sein von den anderen
Von fremder Übermacht und Lebens Grenzen
Frei könnt‘ ich durch‘s Leben wandern
Lehrstunden des Schicksals schwänzen

Gemütlich wär‘ mein Leben
Angenehm, ruhig und friedlich
Bräucht‘ nicht nach größer’m streben
Meine Wünsche? Ein jeder wäre sittlich

Doch was wär‘ ich in des Paradieses Ruh
Verloren in Bequemlichkeit
Vergessen hätt‘ ich mich im Nu
Wieder gefangen in Besinnungslosigkeit

Verloren jeden Rahmen
Verloren in Unendlichkeit
Des Glaubens kein Erbarmen
Kein Wissen mehr gibt Sicherheit 

So will ich mich doch fügen
In des Schicksals Zeit und Raum
Und mich weiter getreulich üben
Im Schatten des Lebens Baum

^Gedichte / PDF-Datei

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