Wie groß ist die Welt?

Soweit Dich Deine Füsse tragen
Soweit reicht das bloße erkennen
Mehr als ein paar Strassen weit wagen
Vielleicht ein paar Orte benennen

Doch schon hinter der nächsten Tür
Ist die Welt wieder zu Ende
Als läge dort ein Balken quer
Als hätte die Welt nur Wände

Soweit wie Deine Sprache reicht
Soweit kannst Du Dich vernetzen
Doch wohin Dein Wort nicht mehr reicht
Wirst Du Menschen nicht erreichen

Kultur und Gewohnheit zeigen
Toleranz reicht meist nicht weiter
Wie wenig Menschen erdulden
Wo wir nicht mehr bleiben heiter

Dort macht Angst die Welt wieder klein
Schickt uns zurück in unser Heim
Wo alles sauber ist und rein
Dort, wo ich bin, wie ich darf sein

Die Phantasie scheint grenzenlos
Sie hat den grössten Tellerrand
Doch auch sie kennt die Bilder bloss
Die jeder selbst im Leben fand

So müssen wir ihn verlassen
Den Garten der Glückseligkeit
Blind nach Unbekanntem fassen
Bis wir zu neuem sind bereit

Schon hinter der nächsten Ecke
Liegt eine unbekannte Welt
Meist nur eine kurze Strecke
Du bist ein unbekannter Held

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Als Kinder erobern wir noch eine Welt, die uns völlig unbekannt ist. Im Kreis der Menschen, denen wir vertrauen probieren unvoreingenommen alles aus, was wir entdecken können. Doch irgendwann bleiben wir stehen und fangen an, uns mit dem zufrieden zu geben, was wir bis dahin erkannt haben und scheuen – mehr oder weniger – Veränderungen. Wir brauchen diese Sicherheit, aber wir sollten nie vergessen, das die Welt viel größer ist, als das was wir kennen.

Denn wenn der Wunsch nach Sicherheit zu groß wird, wird das, was wir als Kind noch unvoreingenommen erforscht haben zur Gefahr. Alles Fremde wird zum Feind, das Unbekannte wird abgelehnt, ohne zu wissen warum. Unsere einzige Chance ist, immer mal wieder an eine neue Tür klopfen, eine unbekannte Straße erkunden oder mit einem fremden Menschen zu sprechen. Anderes Aussehen, andere Sprachen oder andere Sitten sind auch nur Ausdrucksformen dessen, was wir alle gemeinsam haben: das Lachen, die Liebe zu unseren Kindern, der Wunsch nach Glück, das Leben.

^Gedichte

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