Wer ohne Fehl

Wir sehen das Recht 
Und hoffen auf Gnade 
Wir gebärden uns schlecht 
Und wollen trotzdem die Gabe 

Wir wollen beweisen 
Wir sind richtig, die anderen falsch 
Argumentieren in Kreisen 
Tanzen doch nur zur Balz 

Im Lichte betrachtet 
Scheint alles erleuchtet 
Doch wenn der Geist ist umnachtet 
Ist jeder Wunsch wie verteufelt 

Wer Recht spricht kann wählen 
Zwischen Macht und Gnade 
Wer gerichtet muss sich quälen 
Mit Angst vor Verlust seiner Gabe 

So wähle mit Weisheit 
Jeden Wunsch und jeden Fluch 
Am Ende zählt jede Kleinigkeit 
Wie verzeichnet in einem Buch 

Wer richtet 
Der kennt die Macht
Wer gerichtet 
Der kennt die Nacht 

Ohnmacht ist ein schweres Los 
Entspricht es doch der Wirklichkeit 
Alles andere glauben wir bloß 
Hoffen im Stillen auf Verbindlichkeit 

Vor dem Schicksal sind alle gleich 
Dort hat keiner eine Wahl 
Es trennt nicht zwischen arm und reich 
Wenn es will, wird alles zur Qual 

So ist das Schicksal der einzige unter den Richtern 
Der über Wohl und Wehe bestimmten kann 
Denn wem beliebt, über andere zu richten 
Schlägt sich mit seinem Gesetz selbst in Bann 

^Gedichte / PDF-Datei

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