Stell Dir vor…

Stell Dir vor, es wäre Krieg
Und keiner allein geht hin
Stell Dir vor, es wär‘ ein Sieg
Und keiner will den Gewinn

Stell Dir vor, wir erkennen
Was wir würden verlieren
Was wir würden gewinnen
Würden wir dann noch gieren?

Was würden wir hoffen
Wenn stets das Ergebnis
Nicht mehr wäre offen
Immer, unumstößlich

Wie frei wären wir noch?
Könnten wir noch lernen?
Ist das ein Leben noch?
Nichts mehr zu entbehren?

Wir wären frei von Fehlern
Wären alle Gottes gleich
Alles wäre wie gläsern
Nichts mehr arm und nichts mehr reich

Wir wären keine Menschen
Wir wären nur noch Engel
Wir könnten nichts mehr Schenken
Als wäre alles egal

Die Liebe wär‘ kein Spiel mehr
So wie zwischen Frau und Mann
Wäre nichts als Funktion mehr
Alles nur muss, nichts mehr kann

Das Böse wäre nicht mehr schlecht
Das Gute verliert seinen Sinn
Gesetze hätten nicht mehr recht
Gesinnung leer, kein Zweck mehr drin

Welches Herz würde noch schlagen
Ganz außer gemeinsamen Takt
Wer von uns würde noch wagen
Aufzukündigen Gottes Pakt

Alle würden in Frieden sein
Alle gleichgeschaltet im Kopf
Im Herzen wären alle rein
Ich wäre nur ein armer Tropf

PDF-Datei

Es gibt so viele Geschichten über eine „bessere Welt“, eine Welt, in der „das Gute“ siegt und „das Böse“ zurückgedrängt ein kümmerliches Dasein fristet. Und doch sind all diese Geschichten Utopien, die ihrerseits ausnahmslos einen bitteren Beigeschmack haben. Unsere Welt ist kein „Paradies“ aber ebensowenig ein „Jammertal“. Sie muß nicht vor den „Mächten des Bösen“ gerettet werden und braucht auch keinen gütigen, mit Strafen erziehenden Racheengel. Unsere Welt stellt nur an uns die Anforderung, die „Suppe“ auch zu Essen, die wir uns selbst bereitet haben (=> Ursache und Wirkung). Wir sind unser eigener Richter und zugleich sein Henker. Wenn wir es nicht schaffen, uns selbst – jeder mit sich und zugleich der Menschheit – mit Güte zu begegnen, so werden wir immer wieder genau das tun: Ein Urteil über uns fällen, um uns selbst dann den Schierlingsbecher zu reichen. Nur wenn wir lernen, im „bösartigen“ Handeln die ursächliche Not zu erkennen, können wir Wege finden, „dem Bösen“ zu begegnen, ohne es „im bösen“ zu bekämpfen.

^Gedichte

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s