Der rechte Glaube

Das geht doch viel besser
Nicht, wie die es machen
Ich weiß es doch besser
Einfach nur zum lachen

Hier den richtigen Handgriff
Dort eine gute Idee
Mit etwas geistreichem Pfiff
Hat man vierblättrigen Klee

Warum sind sie nur so dumm
Ich will es Ihnen zeigen
Oh – jetzt wird auch mein Weg krumm
Muss wegen denen leiden

Warum haben sie das begonnen
Wo jetzt Hilfe wird gebraucht bin ich
Meine Fähigkeiten zerronnen
Meine Freunde lassen mich im Stich

So will ich schließlich beten
Mein Glaube ist allmächtig
Heiligen Raum betreten
So rein, herrlich und prächtig

Dort werd‘ ich erfahren
Wie es recht geleitet
Niemals will ich sparen
Heiliger Geist leitet

Ich habe es erfahren
Das unendliche Wissen
Kenne keine Gefahren
Göttlichen Schutz nicht missen

So für ich fort mein Werk
In seinem Sinne recht
So versetz‘ ich den Berg
So ist es nur gerecht

Und doch kommt kein Beifall von jenen
Hab geholfen in Gottes Namen
So wie es deutlich steht geschrieben
Ich habe mit Recht getan – Amen!

Zusammen bricht es jetzt
Mein schönes Kartenhaus
Werde dabei versetzt
Aus meinem Leben raus

Nun stehe ich vor meinem Herrn
Ich hab‘ doch alles recht getan
Warum mußt‘ ich geh’n? War dort gern
Da schaut er mich nur böse an

Wie kann ich solchen Unsinn glauben
Vieles steht in Büchern geschrieben
Nächstes mal dem Leben vertrauen
Ist als Erinnerung geblieben

^Gedichte / PDF-Datei

4 Kommentare zu „Der rechte Glaube“

  1. Gefällt mir gut. Alles ist von Gott durchdrungen. Da braucht es keine Religion und keine Glaubensbücher. Anders gesagt: Ich glaube an Gott oder wie man das Unfassbare nennen möchte, das hinter allem und in allem wirkt, aber mit dem Bodenpersonal hab ich meine Schwierigkeiten .. LG Sven

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    1. Danke für Dein Feedback.
      In Deinem Sinne bin ich auch ein gläubiger Mensch. Mir ist es auch gleich, welche Namen und Symbole verwendet werden. Für mich wäre jede Religion möglich, aber keine, die irgendetwas ausschließt – und damit fallen alle mir bekannten wieder aus… (Nur Atheist bin ich keiner.)
      👍🙏🤗

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      1. Meine Sis leidet auch unter dem Asperger-Syndrom und hat sich dem Buddhismus zugewandt. Atheisten haben aus ihrem Nichtglauben auch so eine Art Religion gemacht, eine Art Gemeinschaft wie die Freireligiösen .. Aber ich weiß das nur von einer Atheistin, kenn mich selbst nicht so aus und lebe mehr aus meiner Demut vor der Schöpfung als einer Art Privatreligion, glaube an den Willen, der hinter allem steckt und der das Einfache zum Komplizierten entwickelt, die Zelle zur Zellkolonie usw. wie es Schopenhauer mal beschrieben hat. Man kann ein guter Mensch sein, ohne auf den Himmel zu spekulieren und das ewige Leben 🙂

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      2. Buddhismus hat für mich auch Strukturen einer Religion, nur dass das Unfassbare bzw. Unsagbare auch nicht genannt wird. Dies führt in meinem Verständnis zum hohen Wert des Schweigens, aber gleichzeitig wird der einzelne ohne Rückhalt auf sich selbst zurückgeworfen – der einzelne wird als letzte erfassbare Bewußtseinsinstanz für all sein Handeln und damit für sein Schicksal allein verantwortlich. Ich kenne niemanden (einschließlich mich selbst), der diese Verantwortung für sich vollumfänglich übernehmen kann. Das führt auch hier wieder zu Strukturen, die je nach Richtung ausschließlich sind.
        Atheisten versuchen – in meinem Verständnis – alles wissenschaftlich Beweisbare als „die Wahrheit“ zu nehmen. Probleme stellen sich für mich dabei durch die Heisenberg‘sche Unschärferelation und die logischen Folgen des Doppelspalt-Experimentes. Als Teil des „Systems“ können wir das System nie „von außen“ betrachten. In dieser Richtung lande ich damit immer beim Höhlengleichnis.
        (In beiden Betrachtungen, Buddhismus und Atheismus, bin ich allerdings kein Experte. Es sind nur meine Meinungen bzw. Vorstellungen.)
        Durch Beobachtung meiner selbst und meiner Umwelt bzw. Beobachtungen anderer bin ich für mich zu einer Vorstellung gekommen, die ich am ehesten mit Pantheismus umschreiben würde. Ähnlich Deiner Beschreibung nach Schopenhauer, wobei ich Schopenhauer selbst nicht gelesen habe. Die sich für mich ergebende Grundhaltung habe ich in meinem Gedicht „Alle Zeit“ versucht zu fassen. ( https://ankordanz.wordpress.com/gedichte-a/alle-zeit/ )
        Das mit dem „ewigen Leben“ ist nochmal ein Thema für dich…
        👍🙏🤗

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