Die Krone der Schöpfung

Weil wir uns geeinigt haben
Auf ein Richtig und ein Falsch
Können wir die Welt ertragen
Selbst wenn das Wasser steht am Hals 

Weil wir gemeinsam glauben
An gute Werte und rechtes Handeln
Können wir gemeinsam bauen
Friedlich schöne Gärten zum wandeln 

Die Grausamkeit der Natur
Haben wir ausgeschlossen
Leben in unserer kleinen Welt nur
In gefühlter Sicherheit ausgelassen 

So treiben wir taub und blind
In glückseliger Unwissenheit
Und wenn wir an der Grenze sind
Kennen wir keine Bescheidenheit 

Wähnen uns als Krone der Schöpfung
Und sind doch noch immer nur Teil
Von Entstehung und Vernichtung
Bieten hochmütig unseren Geist feil 

Doch ist jener Geist denn unserer?
Der uns so frei gegeben scheint
Der uns schenkt so wunderbar
Die Kenntnis von Endlichkeit und Ewigkeit

Sind wir wirklich Herren unserer selbst?
Oder doch nur Diener der Natur?
Wer fängt Dich, wenn Du fällst?
Wer bewahrt Deines Lebens Spur?

Nur ein kleiner Geist sind wir
In Anbetracht des großen Ganzen
So wenig nur erkennen wir
Und tanzen um diesen Götzen 

Halten hoch unsere Errungenschaften
Preisen noch mit viel Lob
Was wir zu Fall nur brachten
Und ignorieren noch den Tod 

Doch am Ende sind wir
Des Ganzen nur ein kleiner Teil
Kämpfen um unser Leben hier
Wie ein Tänzer auf losem Seil 

Wähnen uns über der Natur
Verkniffene Augen und Backen so prall
Hinterlassen nur eine verschwindende Spur
Nach Sonnenuntergang bleibt nur ein Hall

^Gedichte / PDF-Datei

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