Gefallen

Unschuldig war ich geboren
Ohne Wissen, ohne Glauben
Unschuldig war ich verloren
So erlernte ich vertrauen 

Zugehörig zu den meinen
Noch nicht mal auf allen vieren
Lernte mich schon zu verneinen
Nur den rechten Teil probieren 

Die Anderen sind andere
Und uns in keiner Weise gleich
Egal, wo ich auch wandere
Nur die eigene Art ist reich 

Alles Fremde ist mir stets fremd
Halte mich vorsichtig zurück
Bei Unbekanntem wie gehemmt
Denn nur Vertrautes bringt mir Glück 

„Bleibe unter deinesgleichen!
Lehne stets alles Fremde ab!
Selbst noch unter den Gebeinen
Unterscheiden wir auch im Grab!“ 

„Verdammt, was nicht dazu gehört!
Einig geächtet! Verstoßen!
Nichts ist dabei, was uns verstört.
Leben sollen nur die Großen!“ 

Das Fremde wird leichthin getilgt
Aus den Augen, aus den Sinnen
Hat es sein Leben dann verwirkt
Herrscht überall wieder Frieden 

Doch wehe, wenn ich gerate
An den Rand dessen, was richtig
In aller Augen ich verrate
Was uns allen doch so wichtig 

Kann nicht halten das Versprechen
Das ich heilig hab gegeben
Werde unfreiwillig brechen
All die segensreichen Regeln 

So werde ich nun verlieren
Der meinen rechte Sicherheit
Allein werde nun ich frieren
In ungewollter Einsamkeit 

Bin gefallen aus der Gnade
Die das rechte Leben sichert
Verliere nun alle Gabe
Die mein Leben hat bereichert 

Ich gehöre nicht mehr dazu
Habe nun verwirkt all mein Recht
Verloren Sicherheit und Ruh’
Mein Leben: Ohne Frage, schlecht 

Wurde nur des Schicksals Opfer
Ganz ohne Wunsch oder Wollen
Trete einsam vor den Schöpfer
Bete, er möge mir nicht grollen 

^Gedichte / PDF-Datei

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s