Der Gladiator

Ich war sehr erfolgreich
Habe viele besiegt
Nirgends ein Himmelreich
Am Ende nichts das blieb

Jubel von Frauen und Männern
Im Nichts verhallt zu Schall und Rauch
In meinem Leben nichts ändern
Wollte dieser ewige Brauch

Was macht ein Kampf für einen Sinn
Wenn der Feind in meinem Gegner
Am Ende doch ich selber bin
Und mir selbst doch nie begegne

Jeder Sieg ein Gewinn
Für das Selbstvertrauen
Angst wird doch nicht gering
Wenn wir darauf bauen

Jede Niederlage bringt in den Sinn
Was am Ende bedeutet jeder Sieg
Der viel zu teuer erkaufte Gewinn
Baut auf einen kränklichen Pyrrhussieg

Mit großem Mut und viel Selbstvertrauen
Trat ich gegenüber meinem Schicksal
Wollte auf meine Erfahrung bauen
Hab nie zuvor gesehen diese Qual

Nicht meine Angst und Schmerzen
Zwangen mich auf meine Knie
Todesstarre im Herzen
Die Augen vergeß‘ ich nie

In meines Gegners Todeskampf
Hab ich den eigenen erkannt
In meines Griffes starrem Krampf
Hab ich schließlich mein Selbst verbannt

Leere Hülle meiner selbst
Ist alles, was von mir blieb
Keine Freud‘, kein Leid, kein Selbst
Kein Traum, kein Wunsch, nur mehr Trieb

Erkennend der Leere
Hab ich mir geschworen
Nicht mehr zu begehren
Lieber neu geboren

So sanken die Hände
Den ersten Blick wagen
Jenseits dicker Wände
Die Hülle erschlagen

^Gedichte / PDF-Datei

2 Kommentare zu „Der Gladiator“

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