Das Gewicht (des Kaviars)

Worüber man nicht mehr reden kann
Darüber sollte man schweigen
Doch was man nicht sagen kann
Darüber kann man schreiben 

So hab‘ ich es gedacht
So hab‘ ich es versucht
So hab‘ ich es gemacht
So hab‘ ich dann geflucht

Keiner wollt‘ es wissen
Keiner hat‘s verstanden
So fühlt‘ ich mich verrissen
Dafür ward ich aufgestanden?

Warum wollt‘ denn keiner wissen
Den Sinn von Tod und Krankheit
Warum will jeder lieber missen
Das Gewicht vom Glück: Das Leid

Es geht nicht um Sadismus
Nicht um Freude am Leid
Nicht um Masochismus
Dafür ist die Suche nicht bereit 

Es geht um Sinn und Verstand
Um Erkennen von Entwicklung
Doch dies hat erst erkannt
Wer sich löst aus ewiger Verstrickung

Das Leid ist unser größter Lehrer
Zeigt uns Weg und Möglichkeiten
Auch wenn ich davon kein Verehrer
War bereit den Weg zu beschreiten 

Erst in der Dunkelheit
Erkannte ich das Licht
Freiwillig war ich nicht bereit
Oft nur ein dummer Wicht

Doch Aufgeben wollt’ ich nicht
Blieb trotzig standhaft stehen
Und bekam irgendwann die Sicht
Auf das große Werden und Vergehen 

Die Welt ist polar
In der Dunkelheit ist das Licht
So wurde es mir klar
Ohne Leid hat Glück kein Gewicht

Doch keiner will es wissen
Das Paradies: Das einzige Ziel
Ohne je etwas zu missen
Als man vom Glauben abfiel 

So schicken wir uns gegenseitig
Flüche zu und in die Hölle
Und rennen doch gleichzeitig
Möglichst weit weg von der Quelle 

Alles soll perfekt sein
Einfach nur das Ideal
Sonst wird es niemals mein
Dann ist es einfach nur „banal“  

„Normal kann jeder
Das reicht mir nicht
Ich bin besser!
Du? Nur schlicht.“

So rufen wir
So glauben wir
Blind vor Gier
Im stillen hoffen wir 

Erfreuen uns an Dummheit
Geilen uns daran noch auf
An menschlichem Leid
In den Nachrichten freuen wir uns schon drauf

Der Traum ist so schön
Solang das Alb einen anderen trifft
Doch wehe, wenn mir gilt der Hohn
Dann ist die ganze Welt ein Bösewicht

Ich – das arme Opfer
„Das kann und darf nicht sein?!“
So beknie ich den Schöpfer
„Glück soll es für mich sein!“

Doch er erhört mich nicht
Lässt dem Bösen seinen Lauf
Ich wieder nur der arme Wicht
„Der Kaviar ist aus…“

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Viel gehört. Viel gelesen. Wieviel verstanden?

^Gedichte

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