Frieden

Warum will ich nur tun
Warum mich so sehr müh‘n
Wenn‘s am End’ doch nichts bringt
Doch nur das Schicksal winkt
Als könnt‘ ich nicht begreifen
Warum die Früchte reifen
Die ich doch selbst gesät
Damals die Brust stolz gebläht
Ich dacht‘ ich weiß es besser
Wetzte schnell die Messer
Führte eine scharfe Klinge
Glaubte, daß ich die Welt bezwinge
Säte manchen unheilvollen Samen
Musste manchen Freund begraben
Grub mich tief ein in Gier und Macht
Hab‘ es scheinbar weit gebracht
Schließlich konnt‘ ich alles kaufen
Menschen wie Sklaven nur gebrauchen
Sie haben zu mir aufgeschaut
Nicht Gott! – An mich haben sie geglaubt!

Und nun? Wo meine Zeit gekommen
Alle Kraft nach und nach zerronnen
Das Geld? Ja, es ist noch immer da
Macht gefügig – aber keine Liebe wahr
Sie tanzen um mich herum
Buckeln sich für mich krumm
Doch tun sie das nicht freiwillig
Ich hab‘s befohlen, d‘rum ist es billig
Wie Maschinen sind sie für mich da
Nicht einer ist mir wirklich nah
Als kenne ich sie nicht
Einer wie der andere nur ein Wicht
Das bisschen Geld ist ihre Hoffnung
Keiner macht einen großen Sprung
Sie glauben – aber wissen nicht
Was Geld auch nicht verspricht:
Liebe kann man nicht kaufen
Wahrheit nur glauben 

So geh‘ ich nun auf die Reise
Begleitet von jener letzen Weise
Mein Körper und geronnene Macht
Bleibt zurück in güldener Pracht
Kein Geld hat mir gezeigt
Was jenseits des Tores bleibt
Keine Macht hat die Aufklärung vertrieben
Nur Angst und Unsicherheit ist geblieben
So stehe ich vor dem Jenseits-Tor
Wieder jenes Kind, das alles verlor
Muss nun von neuem beginnen
Es hilft kein wehren und kein winden

Doch erahne ich lang
Einen wundervollen Gesang
Stimmen, die ich nie zuvor gehört
Auf Erden nie haben mein Ohr betört
Gemeinschaft unter Gleichen
Gereichte Hände, die das Herz erweichen
Das Kind kann wieder lachen
Gütige Blicke über ihm wachen
So schreite ich freudig voran
Zu jenem Tor hinan
Das mir all dies verspricht
Mir schenkt diese unbekannte Sicht

So heißt es nun: Auf bald
In der Ewigkeit ist alles nur von kurzer Zeit
Wenn wir uns wieder begegnen
Werden wir auf einer Stufe stehen
Nicht Herr – nicht Knecht
Vor Gott sind alle recht
Habe keine Angst mehr
Gebe nun gern alles her
Lasse alle Macht und Materie zurück
Bereit zu finden wahren Frieden und Glück 

^Gedichte / PDF-Datei

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