Der Fehler

Was habe ich getan
Wollte doch nur helfen
Trage allein die Scham
Kann es nicht begreifen

Wollte mit Liebe unterstützen
Hab gehandelt nach bestem Wissen
Wollte nur angemessen nützen
Angefüllt von gutem Gewissen

Hab‘ ihn nicht bemerkt den Fehler
Hab‘ nicht getan zur rechten Zeit
Hab‘ nicht gelassen noch vorher
Bevor ich erlebt dieses Leid

Ich dachte, ich wüsste wie es geht
Plante mein Handeln mit Achtsamkeit
Machte mich akribisch auf den Weg
Das Schicksal hielt anderes bereit

Ich hoffte auf die Gunst der Stunde
Betrachtete alles ganz genau
Alles auf einmal in die Runde
Meine Augen immer noch zu blau

Glaubte an meine lange Übung
Wirklich überzeugt von meiner Kraft
Doch trotz der endlosen Bemühung
Hab ich es am Ende nicht geschafft

Wollte die Kontrolle nie verlieren
Hab‘ mit Übermacht am Ziel gehalten
In Gefühl und Glaube nie verirren
Hab es nicht geschafft den Stand zu halten

Hab versucht mich abzusichern
Mit alten Meistern ihrer Kunst
Nun steh ich hier wie verblichen
Wie gefallen aus jeder Gunst

Hab‘ verloren, was mir so wichtig war
Erkenn‘ den Sinn nicht mehr in meinem Sein
Alles stellt sich öde und leer nur dar
Das Leben füllt sich mit ewiger Pein

Innere Leere fühlt sich an wie Blei
Nun übriger Raum will gefüllt werden
Das Vakuum durchdringt ein stummer Schrei
Aus Trauer will sich Neues erheben

Noch tut sie weh, die Erinnerung
Es war gut, was ich wollt‘ versuchen
Hab‘ loslassen müssen die Täuschung
Muss weiter wachsen – neu versuchen

Der Fehler hat geholfen
Loszulassen einen Traum
Der nicht mir hat gegolten
In mir hatte keinen Raum

Enttäuschung ist schwer zu ertragen
Herzblut will sich den Wünschen widmen
Viele Fehler muss ich noch wagen
Darf oft noch um Verzeihung bitten

Auf diesen Weg wird bestehen
Schicksals Aufgabe und Lehre
Nur so werde ich verstehen
Was ich besser nicht begehre

Aus Schaden wird man klug
Aus Erfahrung weise
Der Rat wird schließlich gut
Erst nach langer Reise

Hab‘ gelernt auf neue Art zu schauen
Erkenne den tiefen Sinn der Dinge
Kann Sinn in meinem Leben neu erbauen
Selbst verzeihen, was ich anderen bringe

Erst viel später werde ich erkennen
Was es hat positives eingebracht
Werde es dann schließlich recht benennen
Wo ich heute einen Fehler gemacht

^Gedichte / PDF-Datei

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