Der Sinn 2.0

In unserer heutigen Zeit werden wir immer wieder damit konfrontiert, das unser Leben so sicher geworden ist – gerade im mitteleuropäischen Raum -, daß die sinnstiftende Funktion des körperlichen Überlebens (Leben um des Lebens willen) fast schon überflüssig geworden ist. Die Überdrüssigkeit vieler Menschen gegenüber dem eigenen Leben zeigt das immer wieder. Die rückläufige Geburtenrate der deutschen Bevölkerung kann zum Beispiel in dieser Richtung gedeutet werden.

Daraus ergibt sich für mich ein neuer Gedanke zum Thema Sinn: Wenn wir eigentlich alles bereits haben, was wir brauchen, was wollen wir dann noch? Eine in meinen Augen sinnvolle Antwort wäre ein selbstgewähltes Ziel. Ein Ziel, das jenseits unserer Komfort-Zone liegt. Etwas, für das wir uns anstrengen und uns selbst opfern müssen. Etwas, dessen Preis nicht einfach aus der „Erbschaft“ bezahlt werden kann, wofür wir also unsere eigene Zeit und Kraft investieren müssen. Etwas, dem wir selbst einen Wert geben. Einen Wert, den wir dann bekommen, wenn wir dieses Ziel erreichen. Und je höher der Wert in unseren eigenen Augen ist, umso höher ist der persönliche Gewinn, den wir erreichen.

Mit jedem erreichten Ziel kommen wir uns selbst ein bisschen näher, aber nicht mehr unbewußt, wie in unseren Kindern oder unserer nächsten Inkarnation. Wir zwingen uns, uns selbst, unser Denken und Handeln immer mehr bewußt wahrzunehmen, um immer besser darin zu werden, unser selbstgewähltes Ziel zu erreichen. Wir decken damit nach und nach alle Triebe und Gelüste, alle Ängste und Hoffnungen auf, die uns umtreiben und in Bewegung halten. Zuletzt dringen wir zum Kern unseres Selbst – im Sinne von Bewusstsein – vor, nachdem wir uns von allem „entkleidet“ haben, woraus wir ursprünglich hervor gegangen sind, den unbewusst amorphen Strukturen des Lebenskampfes hin zu den kristallklaren Strukturen reinen Geistes. Zurück bleibt schließlich ein immer größeres und umfangreicheres Bewusstsein. Und vielleicht erkennen wir dann, wer oder was wir innerhalb aber auch jenseits der materiegebundenen Welt sind.

Wenn wir also Ausschau halten nach dem nächsten Schritt, nach unserem nächsten Ziel, so brauchen wir nur unsere Wünsche und Träume zu betrachten. Das, wohin uns unsere Sehnsucht zieht. Dort liegen die nächsten Hürden, die uns unserem wahren Selbst näher bringen, indem sie uns über uns selbst hinaus wachsen lassen. 

Ein Nebeneffekt dieses Bewusstseinswachstums ist, das wir immer weitere Wege des Lebens und Überlebens finden. Wir bilden immer neue Strukturen aus, die uns ermöglichen neue Lebensräume für das Leben zu finden. Der Vorstoß in den Weltraum ist ein Beispiel dafür. Aber auch die Arbeiten und Entwicklungen in der künstlichen Intelligenz (KI), da eine starke KI unseren Entwicklungsstand des Bewusstseins erreichen könnte und sich von dort autonom weiterentwickeln könnte, vergleichbar einem menschlichen, bewusstseinsbegabten Kind. Unser Bewusstsein würde also in einer auf Silizium basierenden Lebensform weiterleben und könnte damit für uns noch unvorstellbare Lebensräume erobern. 

Das Bewusstsein an sich dient auf seine Weise also auch wieder dem Leben. 

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5 Kommentare zu „Der Sinn 2.0“

  1. Was soll ich tun? Ich hab keine Wünsche und Forderungen an das Leben, weil ich alles besitze: Ich liebe und werde geliebt. Was gibt es mehr? Was brauche ich mehr? Wozu Silizium im Kopf? Sag mal ehrlich mein Junge, hast du einen an der Waffel, stimmt was bei dir nicht im Hirnkasten, nimmst du Drogen? Hast du dich schonmal einem Seelsorger anvertraut. Du bist krank und brauchst Hilfe.

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    1. Mit Drogen habe ich keine persönlichen Erfahrungen. Ich weiß aber um ihre potentiell bewusstseinserweiternde Wirkung. Ich glaube allerdings nicht, dass das ein sinnvoller Weg für mich wäre.
      Allerdings nehme ich mich nicht so wichtig. Vielleicht ist das der Grund für Deine Irritation.
      Im Text geht es nicht um „Silizium im Kopf“, sondern um die Möglichkeiten eines sich immer weiter entwickelnden Bewusstseins und die Möglichkeit, neue Lebensräume zu erschließen.

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  2. Ich denke, dass jeder unbewusst Drogen schon allein durch die Ernährung zu sich nimmt. Schon Industriezucker in Schokolade usw. führt zu Glückshormonen und schüttet Dopamin aus wie etwa Heroin usw. Schon Coffein in Kaffe oder Tee stellt eine Droge dar.

    „Was soll ich tun“ war provokant gemeint für einen Menschen, der keine Ziele mehr verfolgt, weil er gesättigt ist von allem umd alles besitzt, was er braucht. Natürlich verfolgt man immer Wünsche und Ziele ..

    Ich entschuldige mich bei dir für meine Unterstellungen. Ich komm aus Offenbach am Main und da redet man oft Tacheles ohne Rücksicht auf die Gefühle anderer. Wir begrüßen uns oft augenzwinkernd mit: „Na du Drecksack“ oder nennen uns „Lappeduddel“. Das ist liebevoll gemeint.

    Verzeih, wenn ich da keine Rücksicht auf dich nahm. Mea Culpa.

    LG Sven 😉

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    1. Okay 😉
      Ich dachte bei Deiner Frage nach Drogen allerdings nicht an Zucker, Schokolade oder Kaffee. Dieses Thema ist für mich damit ausgeschlossen.
      Aber was hat Dich so „hoch geschossen“?

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