Gedanke: Angst vor dem Tod

Nicht die Sterbenden haben die meiste Angst vor dem Tod. Sie haben keine Wahl über den Verlauf ihres zukünftigen Weges. Ein Weg, der sie in ein unbekanntes Land führt, über das es viele Berichte gibt, aber keine eindeutigen Karten. Wie bei ihrer Geburt entscheidet für sie das Leben über diese letzte Frage, und enthebt sie am Ende der Angst vor einer falschen Entscheidung.

Es sind jene, die zurückbleiben. Jene, welche selbst die Wahl treffen müssen, ob sie weiter ziehen, zurück ins Leben. Oder ob sie noch bleiben, bleiben an jenem Ort, an dem sie die Hand loslassen mussten, die ihnen jetzt fehlt, als wäre es ihre eigene. Jene, die nicht wissen, ob es nicht vielleicht doch noch eine Wahl gegeben hätte. Einen besseren Weg, eine bessere Entscheidung, oder ein noch größeres Opfer, welches sie hätten vielleicht aufbringen können oder müssen. Es ist die scheinbare Allmacht, über die wir hoffen zu verfügen, und mit der wir versuchen den Lauf der Dinge aufzuhalten, oder doch wenigstens nach unseren Vorstellungen zu ändern.

Dabei ist es doch gerade das Schwinden, das Vergessen, die Endlichkeit, die uns den Weg zurück in die Unschuld ebnet. All jenes, was den Geist befreit von seinen Erfahrungen des Schmerzes, der Angst und der Begrenzungen. Jene Erfahrung, die der Seele zeigt, dass selbst die Begrenzung nur begrenzt ist. Jene Lehre, die nur in diesem Schritt des Loslassens, des Aufgebens, der letzten, absoluten Hingabe an das, was ist, erlernt werden kann. Jener Schritt, der der letzte ist, und gleichzeitig der erste, den wir bei jedem Neubeginn machen: Der Schritt des Vertrauens, des bedingungslosen Glaubens, der mutigste Schritt, der all unsere Hoffnung, all unsere Liebe in sich vereint und damit das Leben selbst immer wieder aufs Neue hervorbringt. Jener große Wandel, dessen wir ein Teil sind, alle Zeit, ohne dass wir uns dafür entscheiden müssen. Denn dieser Wandel existiert, weil wir existieren.

25 Kommentare zu „Gedanke: Angst vor dem Tod“

  1. Warum wurde der Text geschrieben? Und: An wen richtet er sich? Welche Zeilen und Abschnitte beziehen sich auf den Tod? Welche auf das Sterben? Oder geht es tatsächlich nur um den Tod? Die Formulierungen (oder soll ich sagen: Andeutungen?) verwässern, meiner Meinung nach, eine substanzielle Aussage. Oder sind das vor allem Kunst und Gefühl, die hier zum Ausdruck kommen? Dann käme wieder Frage Eins aufs Tablett. Ich frage all das, weil ich einen direkten Bezug zu Sterben und Tod habe. Ich habe meine Frau bis zu ihrem Krebstod begleitet. Sie begleitet mich wiederum bis heute. Deswegen verstehe und erahne ich zum Teil, was Sie schreiben. Aber die Fragen und Ratlosigkeit bleiben. Mit freundlichen Grüßen Andre Szabo-Wendt

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    1. Ich schreibe meine Beiträge aus einem Gefühl heraus. Weniger als die Hälfte hat dabei einen Auslöser, der auch für mich klar erkennbar ist bzw. war. Und nur ganz wenige sind dabei tatsächlich an eine individuelle Person gerichtet. Diesen Beitrag hatte ich zwei Tage vor der Veröffentlichung begonnen, vermutlich, weil ich mich derzeit immer wieder mit der Ausformulierung einer möglichen Antwort auf die Frage „Was ist Leben?“ befasse.
      Zur Frage: „Welche Zeilen und Abschnitte beziehen sich auf den Tod? Welche auf das Sterben?“
      Die ersten beiden Absätze beziehen sich nur auf den Tod – in seiner Endgültigkeit. Der dritte Absatz bezieht sich mehr auf den Prozess des Überganges, der „vollkommenen Hingabe“, welcher auch im Leben vollzogen werden kann. Die „verwässernde“ Sprachführung ist dabei Absicht, um nicht den Tod als einzigen Ausweg aus eventuell ausweglos erscheinenden Situationen stehen zu lassen. So wie ich eindeutige Hinweise auf ein Leben nach dem Streben gebe – für alle Beteiligten – so versuche ich der Erfahrung einen Sinn zu geben, der von Hoffnung erfüllt ist und ggf. über den Tod hinausreicht.
      Der Inhalt dieses Beitrages wird von einer klaren inneren Überzeugung getragen, die für mich einen ähnlichen Stellenwert hat, wie die Wissenschaft in unserer Gesellschaft. Allerdings fließen dabei auch Erfahrungen und Erkenntnisse verschiedener Weisheitssysteme aus aller Welt mit ein, welche mir gerade bei religiös geprägten Themen eine andere Sichtweise ermöglicht, als sie in unserer westlichen Kultur üblich ist.
      Das erfahrene und angesprochene „Begleiten“ ist ein Teil dessen, was ich mit vermitteln wollte, ohne es anzusprechen. Es ist Teil der „Hoffnung“, die auch ersteinmal verstörend sein kann, weil sie in unserem wissenschaftlichen Kanon dessen, worüber man spricht und worüber nicht, zu dem Teil gehört, den die meisten zwar kennen aber doch lieber verschweigen. Für mich gibt es diese Welt. Doch solange die zugehörige Sprache in den offiziellen Medien oft auch für wissenschaftsverleugnende Problematiken verwendet wird, bin ich vorsichtig im Umgang mit selbiger, solange ich nicht direkt darauf angesprochen werde.
      Ihre Ahnung erscheint mir als durchaus richtig, und ich hoffe, zumindest einen kleinen Teil Ihrer Fragen beantwortet zu haben. Für weitere stehe ich gerne jederzeit zur Verfügung (ggf. auch per Mail, sieht Menu/Kontakt). Und wünsche Ihnen die notwendige Kraft und den inneren Frieden, Ihren Weg weitergehen zu können.
      In tiefem Mitgefühl
      🍀🙏🤗

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      1. Ich danke Ihnen recht herzlich für Ihre ausführliche Antwort. Für mich bestätigt sich die Vermutung, dass Sie die Themen Sterben und Tod eher abstrakt intellektuell angegangen sind, was ich grundsätzlich nicht verkehrt finde. Zudem bin ich der Ansicht, dass eine klarere verständlichere Sprache ihren Text stärker gemacht hat. So hat er mich jedenfalls nicht überzeugt. Ich danke Ihnen für Ihr Mitgefühl. Meine Frau ist bereits vor über 10 Jahren gestorben. Ihren Tod habe ich gut in mein Leben integrieren können. Kraft brauche ich dagegen für ganz andere Probleme. Ich wünsche Ihnen mehr Mut zur Klarheit in ihrer Sprache. Vielleicht schreiben wir uns noch:-)

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      2. Vielen Dank für Ihre Antwort.
        Bezüglich der „klareren“ Sprache bin in solchen Beiträgen eher vorsichtig. Nicht jeder hat Ihren Hintergrund und kann ein solches Thema so direkt und ohne Umschweife annehmen. (Ich versuche zu vermeiden, eine Triggerwarnung an den Beginn eines solchen Beitrags schreiben zu müssen.) Und auch ist mir bei allen meinen Beiträgen das Thema Hoffnung immer wichtiger als die eventuelle Schonungslosigkeit einer klaren Sprache oder gar der Versuch jemanden von meinen Ansichten überzeugen zu wollen. Wer einen Weg für sich gefunden hat, mit solch einem Thema positiv umgehen zu können, hat meinen vollen Respekt. Schlussendlich sind wir alle Suchende, und ich versuche nur meine kleine Laterne ein wenig höher zu halten, damit auch andere die Möglichkeit haben, zu erkennen: Hier ist auch ein möglicher Weg. Finden muß am Ende jeder den seinen.
        👍🍀🤗

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      3. Das klingt für mich eher wie Weihrauchnebel statt Laternenlicht. Klarheit hat für mich nicht unbedingt mit Härte und Schonungslosigkeit zu tun sondern mit Überzeugungskraft. Sterben und Tod sind nun einmal schmerzhafte und absolute Erfahrungen. Sie machen die eigene Endlichkeit deutlich. Daraus etwas positives und hoffnungsvolles zu ziehen, ist stark, finde ich. Genau das haben Sie vermutlich mit ihrem Text versucht. Doch bleibt für mich die Frage: Wollen Sie darüber schreiben oder wollen sie darüber nur ein bisschen schreiben? Und: Wen wollen Sie warum schonen? Ich finde es ehrenhaft, wenn Sie niemanden überzeugen wollen. Ich mag auch nicht den missionarischen Eifer von Leuten, die meinen, die Wahrheit gepachtet zu haben. Doch leider las sich Ihr Text in meinen Augen fast wie eine Predigt. Für Ihre Vorsicht habe ich vollstes Verständnis. Mich treibt bei allem, was ich schreibe und veröffentliche jedes Mal die Angst um, dass ich damit verletze oder jemanden vor den Kopf stoße. Das geht mir auch bei unserem Gedankenaustausch so. Ich wähle die Worte mit Bedacht. Doch schonen will Sie und mich dann doch nicht vollständig, weil es dann nur noch auf blumiges Palaver hinauslaufen würde. Für mich stellt sich nicht so sehr die Frage, ob Sie mich überzeugen können, sondern ob mich das, was Sie schreiben überzeugt. Ich kenne Sie schließlich nicht. Nur Ihren Text.

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      4. Überzeugungskraft ist nicht meine Intention. Hoffnung ist mein primärer Gedanke – mit oder ohne Weihrauch, je nach Geschmack 😉. Dabei ist mir nicht wichtig, wenig oder viel zu schreiben. Je mehr Sidetracks offen bleiben, um so mehr Möglichkeiten hat jeder potentielle Leser, wieder zurück zu seinem eigenen Weg zu kommen. Würde ich mehr schreiben, würde ich immer mehr einen klaren Weg zeichnen im Sinne von „hier geht es entlang zur Heilung“ und schließe damit immer mehr eigene Individualität aus. Jeder angedeutete und nicht vollendete Seitenpfad ermöglicht, wieder in die eigene Phantasie und damit in die eigene Welt zurückzukehren. Und wenn es klappt, mit einem neuen Funken der Hoffnung, um im eigenen Universum wieder ein neues Licht zu entzünden.
        Um es deutlicher zu sage: Ich suche keine Anhänger. Ich versuche das in die Welt zu bringen, was ich mir für mich selber wünsche. Denn: Kennen Sie meine Texte, kennen sie mich – nicht meine Geschichte, sondern mein Wesen. (Oder, um es mit einem Filmzitat zu sagen: „Nicht wer Du warst ist wichtig, sondern wer Du jetzt bist.“)
        🙏👍🤗

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      5. Aus reiner Neugierde würde mich interessieren, was Sie an diesem Thema wirklich interessiert (über Ihre Geschichte hinausgehend)?
        🙏🍀🤗

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      6. Ich beschäftige mich schlicht und einfach mit meiner eigenen Endlichkeit. Was bedeutet es für mich? Was für meine Liebsten? Wie möchte ich sterben? Unter welchen Bedingungen? Was kann ich dabei regeln und entscheiden? Das sind Fragen, die ich mir immer wieder neu stelle. Dabei bleibt es nicht aus, dass ich wissen möchte, wie andere Menschen mit den beiden Themen umgehen. Beides haben wir, meiner Meinung nach, weitgehend aus unserem Leben und unserem Alltag ausgelagert. Früher fand sterben und Tod weitgehend zu Hause in den Familien statt. Heute haben wir dafür Krankenhäuser, Altenheime, Bestattungsunternehmen. Meine Frau starb zu Hause im Bett. Ich ließ mir Zeit bis ich einen Arzt und das Bestattungsunternehmen rief als sie tot war. Erst wollte ich mit ihr allein sein. Dann informierte ich alle Verwanden, Freunde, Bekannten, damit sie kommen und sich verabschieden konnten. Dann erst die Professionellen. Meine Mutter zum Beispiel vertrug das gar nicht. Sie konnte eine Leiche in der Wohnung nicht aushalten. Sie wollte sie „weghaben“. Das finde ich schon interessant. Also: Tod und Sterben sind für mich wichtige grundsätzliche Lebensthemen, denen sich jeder stellen sollte, aktiv und theoretisch.

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      7. Über den Tod habe ich eine sehr klare Vorstellung, ähnlich, wie sie in allen Totenkulten auf die verschiedensten Arten beschrieben werden. Für mich ist der Tod kein „Ende“, kein „Nichts“. Er ist ein anderer „Zustand“ des Lebens, primär des Bewusstseins, der, wie das Leben selbst, so wie wir es kennen, seinen Ausdruck hat – sogar bis in die physische Welt hinein. Nur können wir ihn in der Regel nicht erkennen. Aber das ist am Ende leider eine Frage des Glaubens, für die jeder für sich eine Antwort finden muß. Die Religionen bieten hier verschiedene Antworten, bei der ich aber leider bei keiner mir bekannten Religion glücklich bin. Ich habe mir hier meine eigene Antwort bzw. Religion „zusammengebaut“, basierend auf Wissenschaft, Philosophie und das, was viele „Esoterik“ nennen. Der Buddhismus kommt meiner Vorstellung dabei wohl noch am nächsten. Der Blick hinter den „Vorhang“ ist nur wenigen gelungen, was diese Frage so schwierig macht.
        Über das Sterben habe ich mir nur wenig Gedanken gemacht. Hauptsächlich, weil wir so wenig Einfluss darauf haben. Wir können so gut es geht auf diesen Moment vorbereitet sein, mit Vollmachten und Vorkehrungen, auch für Freunde und Angehörige. Aber das Schicksal haben wir nicht in der Hand. Es ist größer als wir und wir sind nur ein kleiner Teil des selben. Wir können nur hoffen, dass alle Beteiligten im Verlust der physischen Kontaktmöglichkeit nicht nur die Endlichkeit des Körpers und seiner Möglichkeiten sehen. Der Rest ist eine Frage des Bewusstseins – zumindest glaube ich das.
        In diesen Sinne kann man meinen ursprünglichen Gedanken wie eine Predigt verstehen, korrekt. Aber eigentlich ist es die Hoffnung, dass ich mit meinen Überlegungen richtig liege. Das würde mir die Unsicherheit in diesen Fragen stark erleichtern.
        Ich hoffe, Sie haben für sich auch eine entsprechende Antwort gefunden. Es ist nunmal kein einfaches Thema, auch wenn es uns alle betrifft.
        🙏🍀🤗

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      8. Sollte ich zum Sterben eine angemessene Zeit haben, für den Prozess des Sterbens, und bei klarem Bewusstsein sein, dann möchte ich Einfluss auf diesen Prozess nehmen und ihn gestalten. Mein Tod bedeutet für mich das Ende meines bisherigen Bewusstsein. Da ich ohne Gott aufgewachsen bin, gibt es ihn für mich nicht. Ich habe mich im Glauben versucht, habe jedoch festgestellt, dass ich dafür ungeeignet bin. Ich bin inzwischen der Ansicht, dass es für mich mit dem Tod vorbei ist. Diese Vorstellung ist mir ein Trost. Jede Feier sollte ein Ende haben, finde ich. Und danach wird aufgeräumt. Dass wir unterschiedliche Auffassungen haben, gefällt mir.

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      9. Ich bin ebenfalls „ohne Gott“ aufgewachsen bzw. wurde ein solches Konzept in meiner Familie eher abgelehnt oder auch ignoriert. Trotzdem ist die deutsche Kultur (in der ich aufgewachsen bin) von christlichen Werten und Vorstellungen durchzogen und geprägt. Die christliche Kirche achte ich nur insofern, daß sie vielen Menschen wichtig ist. Ich respektiere dabei den Glauben der Menschen, nicht aber die Institution.
        Zu meinem „Glauben“ bin ich durch die Wissenschaft gekommen. Wenn man Wissenschaft und Wissenschaftstheorie genau betrachtet, ergibt sich logisch die Erkenntnis, daß auch die Wissenschaft eine Art „Religion“ ist. Am Ende wissen wir nicht wirklich, sondern hoffen, dass unsere Erkenntnisse (mathematische, physikalische, psychologische und philosophische Modelle) richtig sind. Jede Anwendung der Modelle, die zu einem gewünschten Ergebnis führt, bestätigt uns darin, dass unsere Vorstellung (unser „Glauben“) richtig ist. Es gibt aber immer wieder Beispiele, die uns unsere Grenzen zeigen; uns zeigen, daß wir nur „glauben“ zu wissen.
        Ausschlaggebend war für mich das sogenannten Doppelspaltexperiment, welches das direkte einwirken eines Bewusstseins auf die Materie nachweist (über Zeit und Raum hinweg). Der zweite interessante Fakt in diesem Zusammenhang ist die Heisenberg‘sche Unschärferelation, welche nichts anderes besagt, als das wir schlussendlich nichts mit absoluter Sicherheit wissen können. (Beides Themen aus der Physik der „kleinsten Teilchen“ – laienhaft formuliert.)
        Nimmt man jetzt noch ein paar philosophische Modelle hinzu, kann man den Hintergrund vieler Religionen erkennen, bevor sie für typisch menschliche Bedürfnisse abgewandelt und oft missbraucht wurden. (Zumindest konnte ich bis jetzt alle mir besser bekannten Religionen und Weisheitssysteme für mich damit abgleichen.) Allerdings muss man für einige Phänomene „offen sein“, die von der herrschenden Wissenschaftsgemeinschaft abgelehnt werden, ohne das dafür ernsthafte Gründe oder gar Beweise vorgelegt werden – schlussendlich wohl aus „religiösen“ Gründen.
        (Das Problem: Logik basiert immer auf Vorannahmen, die ihrerseits nicht in Frage gestellt werden. Hartes Beispiel aus der Mathematik: Die Rechnung „1+1=2“ kann nicht mathematisch (rein abstrakt) bewiesen werden – sie wird als gegeben hingenommen. So gibt es meines Wissens nach acht solcher Grundannahmen in der Mathematik. Alle anderen Berechnungen und Rechentechniken können auf diesen Grundannahmen aufbauend als richtig bewiesen werden – oder eben als falsch verworfen werden.)
        So bin ich für mich auf das Prinzip „Hoffnung“ gekommen. Denn mehr bleibt unterm Strich bei all diesen Überlegungen nicht übrig. Die Essenz meiner Erkenntnisse spiegelt sich in meinen Texten wieder. Das praktische Leben wird dadurch nicht leichter, aber Angst, eigentlich gleich vor was, kann man damit gut in den Griff bekommen… (Angst bitte nicht verwechseln mit Furcht, der instinktiven Reaktion des Körpers.)
        Sorry, wenn das jetzt wieder klingt wir eine Predigt. Aber ich weiß nicht, wie man das in einen kürzeren Text packen soll.
        Ihre Meinung dazu würde mich aber trotzdem interessieren.
        😉👍🤗

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      10. Offenbar ist meine Antwort weg, was nicht schlimm ist. Ich denke, ich verstehe, was Sie meinen. Ich widerspreche Ihnen nicht. Ich bin auf anderen Wegen zu ähnlichen Schlüssen gekommen, was den Glauben und was das Wissen betrifft. Die Zeit, in der wir Menschen glaubten, wir könnten absolute Erkenntnis gewinnen, ist vorbei. Für mich stellt sich die Frage, worin Ihre Hoffnung besteht. Und worauf bezieht sich ihre Angst? Ich komme bei diesen Fragen letztendlich immer wieder auf den einzelnen Menschen zurück. Ich glaube an und hoffe für das Gute im Menschen. Angst macht mir das Gegenteil: unmenschliches menschenverachtendes Verhalten. Ob nun im Alltag, in der Wissenschaft, in der Politik, in der Kirche, in der Gesellschaft, in der Wirtschaft. Beides passiert. Beides ist möglich. Da bin ich wieder bei der Verantwortung jedes einzelnen und bei einer Grundhaltung, die von Liebe, Wohlwollen und Solidarität gekennzeichnet sein sollte. Und ja: das praktische Leben wird dadurch nicht leichter. Vielleicht war das jetzt die bessere Antwort.

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      11. Für mich besteht die Hoffnung darin, innere Ruhe zu finden, und keine Angst mehr zu haben, dass der innere Zweifel, welcher uns zu Menschen macht, uns am Ende auch wieder zerstört. Das Gewissen wird uns immer signalisieren, dass jeder Schritt, der gutes bewirken soll auch eine dunkle Seite hat, und damit aber auch umgekehrt. Diese Dialektik des Lebens trifft den Menschen besonders dann, wenn er versucht, sich klar für eine Seite zu entscheiden, was zu einer tiefen inneren Zerrissenheit und Verzweiflung führen kann.
        Der einzige mir bekannte Ausweg aus diesem Dilemma ist die Frage nach dem Sinn. Und hier kommt für mich als Antwort die Frage nach dem Glauben, da ein endgültiges Wissen nicht möglich ist. Wir können uns die Antwort also am Ende nur selber geben.
        👍🙏🍀

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      12. Ihre Antwort macht mich konfus im Kopf. Ich habe den Eindruck, ihre Aussagen drehen sich im Kreis, immer um Ihr eigenes Ego herum. Eine Beziehung/ einen Bezug zwischen Ihnen und der Welt erkenne ich nicht. Die Dialektik, von der Sie schreiben, schwebt aber nicht in einem luftleeren Raum, sie existiert nicht nur in Ihrem Kopf. Ich finde Ihre Aussagen wage und schwammig. Sie kratzen, wie ich finde, an der Oberfläche. Sie gehen nicht das Risiko ein, verstanden oder missverstanden zu werden. Das ärgert mich. Sollte ich völlig falsch liegen, dann tut mir das leid. Ich möchte sie nicht persönlich angreifen, sondern das, was sie schreiben. Die Haltung, die ich bei Ihnen zu erkennen glaube, ist mir vertraut. Darum kann ich die Art und Weise wie Sie mir hier jetzt zuletzt geantwortet haben, nachvollziehen. Ihre Aussage dagegen nicht.

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      13. Bitte verzeihen Sie, wenn ich jetzt zu viele Aspekte mit einbringe und eingebracht habe, ohne diese explizit zu benennen. Den Eindruck, das sich meine Aussagen „im Kreise drehen“, kann ich nur noch damit nachvollziehen, das These und Antithese immer näher beieinander liegen, je komplexer das Thema wird, bis am Ende beides ineinander verschwimmt. (Mein Ego führe ich vermutlich damit „Spazieren“, das ich in dieser selbstsicheren, einer Predigt anmutenden Art hier meine Gedanken ausbreite. Ich bitte um Verzeihung, falls Ihnen diese Art der Sprache missfallen sollte – sie sind dabei nicht der einzige…😉)
        Ich gebe Ihnen recht: Die Dialektik schwebt natürlich nicht in einem luftleeren Raum. Meines Erachtens nach ist die hier angesprochene Dialektik von „Gut und Böse“ in jeder Entscheidung der Notwendigkeit der Anpassung des Lebens an die sich ständig wandelnde Umwelt geschuldet. Als Gut zu bezeichnen wäre dann immer das, was dem (jeweiligen) Leben dienlich ist, und Böse wäre dann die Entscheidung, die dem (jeweiligen) Leben abträglich ist. Aber was ist gut für mein individuelles Leben und gleichzeitig für das Leben meiner Spezies oder vielleicht für das Leben auf der Erde an sich, usw.? Hier kann man natürlich weiter in die Tiefe gehen, bis sich die Dialektik in der Erkenntnis auflöst, das ich sie entweder nicht entscheiden kann (nicht mehr sagen kann, was gut und was schlecht ist), oder aber, das es gleich ist, wie ich mich entscheide: Ich werde keine letzt-befriedigende Antwort finden. Dann könnte ich auch gleich zum Philanthrop werden – dann bin ich wenigstens meinen Idealen treu geblieben (gleich, wie diese aussehen mögen, sei es Gewinnmaximierung, Umweltschutz oder einfach nur „das Gute“).
        Eine „Streitschrift“ ist nicht meine Intention – die wäre dann auch streitbar…
        Wie gesagt, es geht mir schlußendlich um das Prinzip „Hoffnung“.
        👍🙏🤗

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      14. Also kurz gesagt: Es wird schon alles gut werden. Denn schließlich ist es am Ende egal, welche Folgen meine Handlungen für mich und andere haben, weil ich die Folgen nicht beeinflussen oder abschätzen kann. Ganz nebenbei: Mich wundert es, dass Sie von sich aus immer wieder das Thema Predigt ansprechen. Mich interessiert es nicht sonderlich in unserer dialektischen Zwiesprache, die für mich lehrreich ist. Was ja wiederum was gutes ist. Oder auch nicht. Kommt halt drauf an, was ich daraus mache: Mit mehr Weisheit den Menschen begegnen oder den 3. Weltkrieg heraufbeschwören. Ihre Hoffnung, die Sie interessanterweise in Anführungsstriche setzen, ärgert mich. Was wiederum was böses ist. Oder auch nicht. Dialektik halt. Es sind wahrscheinlich die Anführungsstriche, die mich ärgern. Sie lassen, in meinen Augen, all Ihre vorangegangenen Aussagen unglaubwürdig aussehen. Der Witz und die Ironie Ihrer Dialektausführungen: Unsere Unterhaltung ist wie eine Bestätigung Ihrer Thesen. Da werden sie lebendig!

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      15. Ich denke, Ihr Ärger kommt daher, daß ich Ihnen keine klare Aussage gebe über ein Richtig und ein Falsch. Nichts, wozu Sie ja oder nein sagen können. Aber das kann ich nicht. Ihren Glauben müssen Sie selber finden.
        Den Satz „Es wird (schon alles) gut (werden).“ kenne ich auch. In sich ist die Aussage einmal prinzipiell richtig. Aber der Mensch ist nicht darauf ausgelegt, auf der unbewussten Stufe stehen zu bleiben, wie die Tiere, auf der es weder Sünde noch Hoffnung gibt. Der Mensch hat die Gabe des Bewusstseins entwickelt, an sich selbst zweifeln zu können – und so tut er das auch. Aber diese Gabe hat den Menschen sich die Fähigkeit der Erkenntnis geschenkt – die Erkenntnis über sich selbst, aber auch über die Dinge, die ihn umgeben und ausmachen.
        Und hier komme ich zurück auf das Prinzip „Hoffnung“. (In Anführungsstrichen, weil ich hier das Wort Hoffnung als Bezeichnung für ein Prinzip verwende.) Das bereits angesprochene Doppelspaltexperiment bietet auf wissenschaftlicher Basis indirekt auch eine Handlungsanweisung: Das, was wir tun, gestaltet unsere (Um-)Welt. Und damit meine ich jetzt nicht: Wenn wir aufräumen, ist nachher alles schön ordentlich. Der Effekt ist etwas diffiziler. Ein Beispiel: Wenn ich etwas suche, ermöglicht uns „die Welt“, dass ich auch suchen kann. Mit anderen Worten, das, was ich suche, verschwindet auch erstmal. Wenn ich dagegen meine Haltung und meine „Tätigkeit“ ändere und etwas finden möchte, ermöglicht mir „die Welt“, dass ich es auch finde. Sinngemäß: Es wird verschwunden gewesen sein. (Das Doppelspaltexperiment beweist auch eine Unabhängigkeit von der Zeit: Die vermeintliche Ursache kann in der Vergangenheit liegen.)
        Das klingt jetzt sehr einfach, und vor allem ziemlich „esoterisch“. Interessant wird es aber, wenn man andere Disziplinen der Wissenschaft mit einbezieht: In der Psychologie entspräche das der „Projektion“, in der Biologie den „morphologischen Feldern“, und in der Physik eben dem Doppelspaltexperiment. Ob es noch weitere wissenschaftliche Äquivalenten gibt, weiß ich jetzt nicht. Aber es gibt noch weitere Experimente aus anderen Bereichen (die ich jetzt nicht bestimmten Disziplinen zuordnen kann), die nicht mehr alleine mit dem Zufall erklärbar sind.
        Es geht mir bei der Hoffnung also darum, einen Weg zu finden, um mein persönliches Glück zu finden (wie auch immer das aussehen mag) – rein egoistisch. Das von mir viel zitierte Experiment gibt aber keine Einschränkung bezüglich des Bewusstseins vor. Wenn mein Nachbar sich etwas wünscht, was meinen Wünschen diametral entgegen steht, wird sich beides erfüllen, im gleichen Ort und im gleichen Zeitraum – für beide gemeinsam. Mit anderen Worten: „Das Leben ist ein Wunschkonzert. Aber wenn alle durcheinander rufen, klingt es entsprechend.“ (Ein Gedanke, den ich hier auch schon mal geblockt habe.) Und dann kommt noch das hinzu, was wir Schicksal nennen. Im Umkehrschluss des Doppelspaltexperiments ein übergreifendes Bewusstsein, dass die Erde, das Sonnensystem und das ganze Universum durchdringt (Gott?). Da jeder einzelne von uns aber seinen Wirkungskreis hat, ist auch jeder einzelne ein Teil dieses übergreifenden Bewusstseins. Und hier sehe ich den Hintergrund aller mir bekannten Religionen, in ihrer jeweils unterschiedlichen Ausdrucksform und Sprache bis einschließlich diverser Weisheitssysteme.
        Ob das alles richtig ist, oder nur ein ziemlich komplex chaotisches Hirngespinst, das weiß ich auch nicht. Aber für mich klingt es bis jetzt stimmig. (Auch die sogenannten „Wunder-Taten“ oder auch Siddhis sind damit erklärbar.)
        Sollten Sie anderer Meinung sein, würde mich diese sehr interessieren, um eventuelle Fehler korrigieren zu können.
        🙏🍀🤗

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      16. Für einen kurzen Moment hat mir der WP-Reader einen weiteren Kommentar von Ihnen angezeigt, welcher dann aber ungesehen verschwand. Sollte WP hier einen Fehler gemacht haben, bitte ich Sie, den Kommentar nochmal zu posten.
        👍🍀🤗

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      17. Das kann ich nicht mehr nachvollziehen. Meine letzter Kommentar bezog sich auf ihren: „Ich bin ebenfalls „ohne Gott“ aufgewachsen…“ Sollte es dieser gewesen sein, dann weiß ich nicht, ob das geht. Oder ich müsste einen zweiten Anlauf nehmen. Ich werde sehen, was ich tun kann….

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      18. Sie ist übrigens nicht die einzige Tode. Ich habe mittlerweile von einigen Menschen Abschied genommen, die mir mehr oder weniger nahe standen. Und ich habe Kinder. Mit ihrer Geburt beginnt/ begann eine ganz eigene Sorge um das Leben und den Tod.

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      19. Leider muss jeder Mensch für sich seinen eigenen Weg finden, mit der Endgültigkeit umzugehen. Diejenigen, die einen Weg gefunden haben können dabei bestenfalls ein Vorbild sein, weil der Weg immer in einem selbst liegt und man ihn am Ende sogar alleine gehen muss. Wer Glück hat, hat dabei einen Menschen, der seine Hand hält – und das ist sehr viel Wert.
        👍🙏🍀

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