Gedanke: Freiheit und ihr Preis

Wer wirklich Freiheit sucht, muss sich mit dem beschäftigen, was NICHT in Zweifel gezogen wird – von anderen, aber vor allen vom Suchenden selbst. 
Denn alles, was unbedacht hingenommen wird, hat einen unkontrollierbaren Einfluss auf unser Leben – gleich ob als Freund oder als Feind. 
Doch alles, was aus dem Unbewussten ausgegraben und über den Zweifel ins Licht des Bewusstseins gefördert wird verliert als Preis einen Teil seiner Stabilität und Sicherheit: Ist der Freund ein Freund? Ist der Feind ein Feind?
Denn jedes Geheimnis, welches gelüftet wird, wird wandelbar – und damit kontrollierbar. 
Diese Kontrollierbarkeit ist Freiheit – Wahl-Freiheit. 
Doch diese Wahl muss dann jedoch jedesmal wieder getroffen werden – das ist der Preis der Freiheit. 
Denn nur was NICHT infrage gestellt wird ist unzweifelhaft und selbstverständlich – ein fester Punkt in unserem Leben, welcher uns Sicherheit gibt, unsere Freiheit an dieser Stelle aber auch begrenzt. 

6 Kommentare zu „Gedanke: Freiheit und ihr Preis“

    1. Für mich ist die Frage nach der „Pseudo-Sicherheit“ ein philosophisches Problem. Genau betrachtet (wissenschaftlich) gibt es keine absolute Sicherheit – Leben bedeutet Wandel, der Feind der „Starre“, die unsere Sicherheit bildet.
      Ein Geheimnis, eine „Black-Box“, kann sich innerlich wandeln, bleibt aber für unsere Wahrnehmung äußerlich stabil (der Fels, auf den wir unseren Glauben bauen). Wenn wir aber die Black-Box öffnen, erkennen wir die Wandlung und Wandelbarkeit und wir können (bewußt?) in diesen Wandel eingreifen. Das ignorieren des Inhalts der Black-Box und des „inneren“ Wandels gibt uns die Möglichkeit, an eine Sicherheit zu „glauben“, die uns unseren inneren Frieden ermöglicht. Ohne diese (scheinbare) Sicherheit können wir nicht wirklich leben, der Stress wäre zu groß. Erst wenn wir die Kraft haben, diesen ewigen Wandel wirklich zu akzeptieren – mit allen Konsequenzen – haben wir wirklich die Kraft und die Freiheit, „alle“ Geheimnisse zu lüften und die zugehörigen Ängste zu ertragen. Nur ob wir es dann noch brauchen und wollen, ist eine andere Frage (meine Erfahrung nach).
      👍🍀🤗

      Gefällt 2 Personen

    1. Meiner Erfahrung nach „ertragen“ wir nur ein (individuell) begrenztes Maß an Unsicherheit – und damit auch an Freiheit. Allerdings lassen sich diese Grenzen durch „Bewusstseinsarbeit“ variieren.
      Inwieweit sich dabei die „Menge“ an erträglicher Unsicherheit, respektive Freiheit erweitern lässt weiß ich nicht. Allerdings lässt sich manches, was sich unsicher anfühlt als sicher „umdefinieren“ (kennen lernen), was die Tolerierbarkeit an anderer Stelle wieder erhöht.
      Hier gilt es meines Erachtens spielerisch auszuprobieren, was geht und was man möchte. Zwang kann hier sehr kontraproduktiv sein.
      👍🍀🤗

      Gefällt 1 Person

      1. Ja das Maß, dass der/die Einzelne an Unsicherheit ertragen kann, ist sicher sehr individuell. Sicherheit ist nicht ohne Grund, eines der absoluten Grundbedürfnisse. Freiheit beginnt eigentlich erst, wenn diese Grundbedürfnisse erfüllt sind, doch führt diese sichere Befriedigung ja bereits zu einer deutlichen Einschränkung.
        Ich stimme aber ganz mit Dir überein, dass sowohl Sicherheit als auch Freiheit nicht aufgezwungen werden sollten.

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