Wissend

Ich weiß es
Ich könnte es Dir sagen
Doch ich weiß es
Wie könnte ich es wagen?

Würde ich darüber sprechen
Du würdest Dich noch wehren
Es ist wie ein Gebrechen
Der lange Weg zum eigenen Gebären

Dir jetzt schon nehmen Deine Freiheit
Dich begrenzen auf das, was wird
Dich zwingen in die Gleichheit
Bis das Individuum im Schmerz erstirbt

Dein Weg wäre nicht mehr Deiner
Deine Gaben wären wie verloren
Dein „Ich“ würd’ immer kleiner
Als wärst Du umsonst geboren

Alles würde ich Dir nehmen
Jedes noch so kleine Glück
Nichts könnte ich Dir dafür geben
Nicht ein noch so kleines Stück

Du mußt es in Dir selber finden
Dich befruchten lassen von der Welt
In Liebe und in Leid Dich winden
Bis die Frucht des Geistes sich zu Dir gesellt

So lebe vorerst besser ohne dieses Wissen
Singe und lache, weine und trauer’
In den Apfel wird ohnehin gebissen
Wo die Schlange liegt auf der lauer

Du glaubst mir nicht
Ich kann‘s Dir nicht verübeln
Schnell einen Stab man bricht
So willst Du mich verprügeln

Doch das ist nur die Angst
Vor der ich Dich zu schützen suche
Wenn Du dieses Wissen auch erlangst
Hast Du endlich losgelassen alle Flüche

Es gibt noch nicht viele
Die diese Geburt hinter sich haben
Für sie ist das Oberste der Friede
Und trotzdem sind sie oft schwer zu ertragen

 

2 Kommentare zu „Wissend“

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